Lasst sie doch machen! Gemeint sind die fast 850 Bauherren, die zwischen 2021 und 2024 auf ländlichem Grund auf Mallorca Villen gebaut haben. Präsentiert hat diese Zahl in der vergangenen Woche das Umweltaktivistenkollektiv Terraferida (S. 6).
Das Bauen von Einfamilienhäusern auf ländlichem Grund ist auf Mallorca erlaubt. Man sollte Bauherren die Freiheit lassen, ihre Immobilie auf dem Land zu bauen, wenn der Rechtsrahmen ihnen dies nicht verbietet.
Es stimmt, was die Aktivisten von Terraferida anprangern: Das vermehrte Bauen von Villen auf ländlichem Grund verdrängt landwirtschaftliche Flächen und Betriebe, die wichtige Leistungen für die Bevölkerung erbringen. Es werden neue Verwendungszwecke wie Swimming-pools oder private Golfplätze eingeführt, die große Mengen an Wasser verbrauchen und das Grundwasser mit Abwässern verunreinigen. Erdboden wird versiegelt, Wege werden asphaltiert und der Zugang zu historischen Pfaden wird blockiert. Schließlich kommt es zu einem allgemeinen Anstieg der Wohn- und Verbraucherpreise.
Dennoch: Man muss die Freiheit des Individuums respektieren. Vielmehr sollte an die Verantwortung der Bauwilligen appelliert werden, möglichst rücksichtsvoll mit mallorquinischem Land umzugehen. Es ist immer nachhaltiger, Wandel aus freiem Willen zu bewirken als durch Verbote oder Befehle.
Umweltschädliche Launen wie das Bauen eines eigenen Golfplatzes (S. 7) sind unnötig. Dieser Fall bei Llucmajor wurde ebenfalls von Terraferida aufgedeckt. Aber auch hier sollten den Verantwortlichen die Konsequenzen ihres Handelns bewusst gemacht werden, um sie zu einem Umdenken zu bewegen, anstatt ihnen die Hände zu binden.
Die Forderung von Terraferida nach einem sofortigen Moratorium für den Hausbau auf ländlichen Flächen ist zu radikal. Besser wäre eine Aufklärungskampagne, die auf die ökologischen Folgen des Bauens auf dem Land aufmerksam macht. Damit könnte man die Interessen der Umweltschützer wahren und gleichzeitig die Freiheit der Hauseigentümer.