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Palmas älteste Baustelle

Vor 20 Jahren wurde die Vía de Cintura für den Verkehr freigegeben. Fertig ist sie bis heute nicht

VIA DE CINTURA

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Mehr als 100 Fahrzeuge rasen an manchen Stellen pro Minute über die Vía de Cintura. Damit ist die knapp 13 Kilometer lange Stadtautobahn rund um Palma die wichtigste Verkehrsader der Insel. Ohne sie würde Palma tagtäglich unter dem Ansturm der Pendler kollabieren. Die wichtigste Funktion der Vía de Cintura: Den Verkehr verteilen, bevor er bis in Palmas Innenstadt gelangt.

Dass eine solche Ringautobahn nötig werden würde, ahnten die Stadtplaner bereits in den 60er Jahren. Die fertigen Entwürfe lagen 1973 vor. Schon ein Jahr später war der erste Bauabschnitt fertig, am 26. Februar 1992 wurde die Vía de Cintura dann vollständig für den Verkehr freigegeben - von der Anschlussstelle Flughafenautobahn bis zur Anschlussstelle Andratx-Autobahn.

Das ist nun schon 20 Jahre her und doch ist die Vía de Cintura bis heute unvollendet. Mit immer neuen Ausbauprojekten reagieren Mallorcas Verkehrsplaner auf die augenscheinliche Überlastung der Stadtautobahn. Die bedeutendste Baumaßnahme war zweifellos der dreispurige Ausbau der gesamten Vía de Cintura, der im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde.

Aber damit ruhen die Arbeiten keineswegs. Drei große Projekte sollen in den kommenden Monaten realisiert werden, wie das für Straßenbau zuständige Dezernat des Inselrats mitteilt. Bereits im Bau befindet sich eine neue Auffahrt in Richtung Andratx auf Höhe der Sóller-Landstraße. Bisher gelangt man dort nur in Richtung Flughafen auf die Stadtautobahn. Zu dem Zweck entsteht vor dem Gefängnis derzeit ein neuer Kreisverkehr. Kosten des Projekts: 880.000 Euro.

Eine neue Abfahrt in Richtung Manacor-Landstraße soll auf der Höhe des Estadi Balear entstehen. Dort kommt es bislang regelmäßig zu langen Staus. Geplant ist eine Untertunnelung der Vía de Cintura. Die Bauarbeiten sollen laut Inselrat im März beginnen, die Kosten sind mit 6,3 Millionen Euro veranschlagt.

Das zweifellos umfangreichste Projekt aber ist der Bau einer zweiten Stadtautobahn. Diese soll sich wie ein zweiter Ring ebenfalls um ganz Palma legen und nun dafür sorgen, dass der Verkehr bereits verteilt wird, bevor er auf die Vía de Cintura trifft. Umweltschützer kritisieren das Projekt scharf, da niemals eine wissenschaftliche Studie über die Verkehrsprobleme in Palma erstellt worden sei. Unter diesen Voraussetzungen sei es unverantwortlich, mehr als 100 Millionen Euro allein für die erste Bauphase (Flughafen-Autobahn bis Inca-Autobahn) auszugeben. Beim Inselrat ist man jedoch entschlossen, das Projekt noch im Frühjahr öffentlich auszuschreiben. Die geplante Bauzeit liegt bei zwei Jahren.

Zudem kündigte der Inselrat am Mittwoch Bauarbeiten am Gènova-Tunnel an, um die Lärmbelästigung dort zu verringern. Kosten: 112.000 Euro. Verkehrsbehinderungen soll es nicht geben, da ausschließlich nachts gearbeitet werde.

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