Folgen Sie uns F Y T I R

Prickelnde Einblicke! So geht es in einem Swingerclub auf Mallorca zu

Abseits der Partymeile des Ballermanns treffen sich in einem Kellerlokal Paare aus Deutschland und ganz Europa, um fernab der Öffentlichkeit ihre verborgenen Sehnsüchte auszuleben

So sieht es im Innern des Swinger Clubs aus. | Foto: privat

| Palma, Mallorca |

Im Herzen des sogenannten Ballermanns auf Mallorca, im Viertel Les Maravelles, liegt in einer eher abgelegenen Seitenstraße nahe dem Palma Aquarium im Untergeschoss eines unscheinbaren Hauses einer der wenigen "Lusttempel" der Insel für Swinger. Nur ein schlichtes Schild mit dem Schriftzug Elyxir und eine dezente Lichtreklame an Haus Nummer 11 mit weißer Fassade verraten, dass hier ein Club für Partnertausch zu Hause ist. Nach einem Klingeln dauert es nur wenige Augenblicke, bis der Hausherr Ingo (vollständiger Name der Redaktion bekannt) höchstpersönlich die Tür öffnet und die Gäste einlässt.

Gegen 22 Uhr herrscht im Swingerclub noch Ruhe, nur wenige Paare verweilen an der Bar oder haben es sich in den Sesseln des vorderen Bereichs gemütlich gemacht. Der Rundgang beginnt, geführt von Ingo und seiner Partnerin Mia. Ingo, ein österreichischer Geschäftsmann, trägt ein Business-Hemd, ein Sakko und weiße Sneaker. Seit acht Jahren lebt er auf der Insel. Den Club, der bereits auf drei Jahrzehnte "Sexlife" zurückblicken kann, hat er vor 2023 übernommen und reichlich in Möbel und Ausstattung investiert, wie er erzählt. Mia, deutlich jünger, stammt ihrem Akzent nach aus Osteuropa. An diesem Abend trägt sie eine eng anliegende Lederhose, ein "offenherziges" Oberteil und schwarze High Heels.

"Security-Leute brauchen wir nicht"

Zusammen mit Max, dem Manager, der gleichzeitig hinter der Bar Getränke mixt, führt das Duo den freizügigen Club. „Security-Männer brauchen wir nicht”, erklärt Ingo. „Wir achten genau darauf, wer hereinkommt. Gepflegtes Auftreten sei Pflicht. "Ballermänner, Leute in Badekleidung oder Betrunkene erhalten bei uns keinen Eintritt."

Mia und Ingo weisen zunächst darauf hin, dass Mobiltelefone unverzüglich in einem der Safes in der Umkleide zu hinterlegen sind. "Handys sind im Club absolut verboten. Stell dir vor, ein erfolgreicher Manager, Richter oder Arzt kommt hierher und jemand würde ihn fotografiern. Das ist ein komplettes No-Go! Selbstverständlich möchte der Besucher ungestört und anonym seine Zeit genießen", erläutert Ingo. Käuflicher Sex sei ebenfalls ausgeschlossen. „Prostituierte gibt es bei uns nicht, sie erhalten keinen Eintritt. Wir sind ein Swingerclub und kein Bordell”, macht er deutlich. Auch deutsche Promis kommen hier vorbei.

Hinter dem Clubraum, der mit schwarz-weißen Luftballons auf dem Boden, einer Pole-Stange und diversen Sofas ausgestattet ist und an diesem Abend von Reggaeton- und südamerikanischen Rhythmen erfüllt wird, ist das Erotik-Labyrinth beheimatet. Selbst in einen Raucherraum können sich Gäste zurückziehen. Unweit davon gibt es einen Duschraum, in dem Bademäntel und Handtücher bereitliegen. „Hygiene gehört einfach dazu, viele möchten vor oder nach dem Besuch duschen”, wissen Ingo und Mia.

Die "Heiße Zone" liegt im hinteren Bereich

Im weiter dahinter liegenden Zimmer nähert man sich der "heißen Zone". Das Licht ist rötlich-schummrig, an den Wänden hängen Kästen mit Kondomen und Gemälde halbnackter Damen. Für „sexuellen Vollkontakt” eingerichtet sind ein großes Zimmer mit Doppelbett samt Vorhang sowie ein weiterer Raum mit mehreren Betten, die speziell mit Kunstleder bezogen sind. Oberhalb der Liegestätte sind überdimensionale Spiegel angebracht. Auf einem Tisch neben einem wellenförmig ergonomischen Sessel stehen zwei überdimensionale Dildos.

Für BDSM-Liebhaber gibt es Fesseln, eine Peitsche und einen Darkroom. Und der Höhepunkt für so manchen Besucher dürfte sicherlich ein gynäkologischer Stuhl sein, wobei der Arztkittel für „Doktorspiele” ebenfalls nicht fehlen darf. „Viele Gäste kommen hierher, um Nervenkitzel zu erleben und Dinge auszuprobieren, die der Alltag nicht bietet”, sagt der Inhaber. Auch ein sogenanntes „Glory Hole“ gehört zum Repertoire des Hauses. Dabei handelt es sich um eine Öffnung in einer Wand auf mittlerer Körperhöhe. "Die Damen kommen dabei lediglich mit dem hindurchgereichten männlichen Attribut in Berührung, ohne zu wissen, wer sich auf der anderen Seite befindet", erläutert Ingo das Spiel mit der inszenierten Anonymität.

Je später der Abend, desto voller wird das Etablissement. Gegen Mitternacht sind rund ein Dutzend Paare im vorderen Clubraum, darunter Spanier, Ungarn, Franzosen und Deutsche. Viele wirken vertraut miteinander, andere erkunden den Raum. Das Publikum ist bunt gemischt. Unter den Gästen finden sich mollige und schlanke, brünette und blonde Damen, begleitet von muskulösen Herren oder solchen mit kahlrasiertem Haupt. Jung und alt ist vertreten. Vereinzelt sitzen alleinstehende Männer an der Bar, das Glas in der Hand, und suchen das Gespräch mit Paaren. Nach und nach ziehen sich einige der Anwesenden in den hinteren, abgetrennten Bereich zurück, wo die Hüllen fallen. Manche kehren schon nach wenigen Minuten wieder zurück, andere kosten das ausgelassene Spiel der Sinne in vollen Zügen aus.

Wer sind die Kunden?

"Zu uns kommen auch Paare, bei denen die Frau eine halbe Stunde vor ihrem Mann eintrifft, um mit anderen Männern zu flirten. Das gibt einer eingeschlafenen Ehe einen neuen Kick”, sagt Ingo. „Die wichtigste Regel für respektvollen Umgang lautet bei uns: Das Wort der Frau gilt. Wenn ein Gast mit einem Paar intim werden möchte, zählt das Ja oder Nein der Frau, unabhängig vom Mann.” Doch mehr als das reine Aussehen oder ein Sixpack würden beim Kennenlernen Sympathie und die gegenseitige Chemie eine Rolle spielen. Sex auf Knopfdruck gebe es in dem Club nicht, denn alles geschehe auf freiwilliger Basis.

Im hinteren Bereich wird es nach Mitternacht lebhafter. Einige Paare ziehen sich zurück und zeigen sich auch in inniger Zweisamkeit vor den Blicken der anderen Gäste. Manche alleinstehenden Besucher verfolgen das Geschehen aus einiger Entfernung oder kommen mit Paaren ins Gespräch. Auch der auffällige gynäkologische Stuhl findet gelegentlich Verwendung, etwa wenn ein Paar sich dort in besonders vertrauter Weise miteinander beschäftigt. Manch einer mag dabei an Szenen aus „Eyes Wide Shut“ denken. Gleichwohl bleibt die Stimmung für viele Gäste bemerkenswert entspannt. Bis zum Ausklang gegen drei Uhr genießen sie ihre Drinks und beobachten das Geschehen. Ein Zwang zur Teilnahme besteht nicht – manche Paare möchten schlicht ihre gemeinsame Zeit genießen, auch im Beisein anderer.

Zum Thema
Meistgelesen