Knapp tausend Menschen sind am Tag der Arbeit am Freitag durch Palmas Innenstadt gezogen – lautstark, bunt und mit klaren Botschaften. Neben den bekannten Forderungen der vergangenen Jahre prägte diesmal vor allem ein deutliches "Nein zum Krieg" das Bild der Demonstration.
Im Mittelpunkt stand jedoch ein Thema, das auf den Balearen immer drängender wird: Wohnen. Zwar steigen die Löhne überdurchschnittlich stark – 2025 und auch bislang 2026 sogar so deutlich wie sonst nirgendwo in Spanien. Doch die Realität zeigt: Gegen die rasant wachsenden Miet- und Immobilienpreise kommen viele Haushalte trotzdem nicht an.
Der Generalsekretär der Gewerkschaft UGT, Pedro Homar, brachte es vor dem Start auf den Punkt: "Wohnraum und Frieden – das sind die zwei zentralen Themen." Ein starkes Zeichen setzte dabei die Spitze des Zuges: Rund zehn Minderjährige führten die Demo an, mit einem schlichten Transparent – ohne Logos, ohne Parteifarben, nur mit der Aufschrift "Nein zum Krieg".
Auch der Chef der Gewerkschaft CCOO, José Luis García, sieht die Probleme eng miteinander verknüpft. Wohnen, Löhne, Demokratie – alles hänge zusammen, betonte er. Seine Kritik richtet sich vor allem an die Politik: Es fehle an wirksamen Maßnahmen gegen steigende Preise, sowohl bei Wohnungen als auch im Supermarkt. Die Kaufkraft der Bevölkerung nehme spürbar ab.
Die Demonstration startete gegen 11.40 Uhr an der Plaça d’Espanya und zog ohne Zwischenfälle bis zum Parc de la Mar. Begleitet von Trommelrhythmen und Sprechchören sorgten Plakate für Aufmerksamkeit – gegen Krieg, gegen Massentourismus und für bessere Arbeitsbedingungen. Klare Botschaft am Ende: Ohne bezahlbaren Wohnraum bleiben viele Rechte auf der Strecke.