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Deutsche Ärzte auf Mallorca: Wenn das Rezept zum Problem wird

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Wer als Deutscher auf Mallorca lebt, gewöhnt sich an vieles. An die Bürokratie, an die Öffnungszeiten. Was aber selbst nach Jahren ein Thema bleibt, ist die Gesundheitsversorgung. Sie ist nicht schlecht, aber sie funktioniert anders als das, was man aus Deutschland kennt.

Rund 20.000 Deutsche leben dauerhaft auf der Insel, dazu kommen Langzeiturlauber und Saisonresidenten. Viele von ihnen nehmen regelmäßig Medikamente. Blutdrucksenker, Schilddrüsentabletten, die Pille, Antidepressiva. In Deutschland geht man zum Hausarzt, bekommt in zwei Minuten das Folgerezept und holt das Medikament in der Apotheke nebenan. Auf Mallorca wird genau dieser Ablauf zum Problem.

Deutsches Rezept, spanische Apotheke: Theorie und Praxis

Theoretisch gilt ein Rezept aus einem EU-Land in allen anderen EU-Ländern. Das steht in der EU-Richtlinie über die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung. Praktisch scheitert es auf Mallorca regelmäßig. Spanische Apotheker akzeptieren deutsche Rezepte nicht immer, weil der Medikamentenname ein anderer ist, die Dosierung abweicht oder sie den ausstellenden Arzt nicht verifizieren können.

Die Situation kennt fast jeder Resident: Man steht in der Farmacia, versucht auf einem Mix aus Spanisch und Englisch zu erklären, dass man dieses Medikament seit drei Jahren nimmt, und der Apotheker schüttelt den Kopf. Dann bleibt einem nur der Gang zu einem spanischen Arzt, um sich alles neu verschreiben zu lassen. Das kostet 60 bis 120 Euro pro Besuch, wenn man privat zahlt. Und wer die spanische Seguridad Social noch nicht durchblickt hat, zahlt meistens privat.

Deutschsprachige Ärzte auf der Insel: lang gesucht, lange gewartet

Es gibt deutschsprachige Ärzte auf Mallorca. In Palma, in Calvià, vereinzelt in Alcúdia und Manacor. Aber die Verfügbarkeit ist ein Problem. In der Hauptsaison von Mai bis Oktober, wenn die Zahl der Deutschen auf der Insel sich verdoppelt, sind die Wartezeiten lang. Manche Praxen nehmen nur Privatpatienten. Andere haben Wartelisten von zwei Wochen und mehr.

Für ein Medikament, das man seit Jahren kennt und einfach weiter nehmen will, ist das unverhältnismäßig. Man braucht einen neuen Termin bei einem neuen Arzt an einem neuen Ort, der die eigene Krankengeschichte nicht kennt, nur um dasselbe Rezept zu bekommen, das der Hausarzt in Köln oder Stuttgart ohne Nachfragen ausstellt.

Wie Residenten das inzwischen lösen

Immer mehr Deutsche auf Mallorca umgehen dieses Problem über telemedizinische Plattformen. Das funktioniert so: Man füllt online einen medizinischen Fragebogen aus, ein in der EU zugelassener Arzt prüft die Angaben und stellt bei Eignung ein Privatrezept aus. Eine Partnerapotheke verschickt das Medikament per Post.

Der gesamte Prozess läuft auf Deutsch. Bei Apotheke365 zum Beispiel dauert der Fragebogen je nach Behandlung etwa zehn Minuten. Danach folgt eine Identitätsprüfung, der Arzt bewertet die Angaben, und wenn alles passt, geht das Medikament am selben oder nächsten Tag per DHL raus. Neutrales Paket, kein Hinweis auf den Absender.

Viele Residenten lassen sich das Paket an ihre deutsche Adresse schicken und bringen es beim nächsten Besuch mit. Andere nutzen einen der Weiterleitungsdienste, die unter Deutschen auf der Insel verbreitet sind. Wer regelmäßig zwischen Deutschland und Mallorca pendelt, kann die Bestellung auch einfach timen.

Wofür es funktioniert, wofür nicht

Das muss man klar sagen: Telemedizin ersetzt keinen Arztbesuch vor Ort. Wer auf Mallorca akute Beschwerden hat, geht ins Son Espases in Palma oder in eine der Quirónsalud-Kliniken. Für Notfälle gibt es die 112.

Wo es wirklich hilft: bei Folgerezepten für Medikamente, die man bereits nimmt. Bei Behandlungen, die man schon kennt. Und bei Themen, über die man lieber auf Deutsch mit einem Arzt spricht, als es auf Spanisch in einer fremden Praxis zu versuchen. Schlafprobleme, Männergesundheit, Frauengesundheit, chronische Schmerzen. Bei solchen Themen führt die Sprachbarriere oft dazu, dass Leute die Behandlung einfach aufschieben. Woche für Woche, manchmal monatelang. Ein zehnminütiger Fragebogen auf Deutsch ist dann nicht die perfekte Lösung, aber eine, die tatsächlich genutzt wird.

Wie man seriöse von unseriösen Anbietern unterscheidet

Ein wichtiger Punkt, gerade weil es im Internet auch viel Mist gibt. Jede legale Online-Apotheke in der EU muss das EU-Sicherheitslogo auf ihrer Website tragen. Ein Klick darauf führt zum offiziellen Register des BfArM, wo man die Zulassung prüfen kann. Wenn das Logo fehlt oder ins Leere führt: Finger weg.

Zweites Kriterium: Wird vor der Bestellung ein medizinischer Fragebogen verlangt? Seriöse Plattformen lehnen Anfragen ab, wenn der Arzt Bedenken hat. Apotheke365 hat bei Trusted Shops über 250 verifizierte Bewertungen mit einem Durchschnitt von 4,73 von 5 Sternen. Die häufigsten Kommentare dort: schnelle Lieferung, unkomplizierter Ablauf. Vereinzelt Kritik am Kundenservice.

Für wen sich das lohnt

Wer auf Mallorca lebt und regelmäßig Medikamente aus Deutschland braucht, kennt das Spiel: Entweder man organisiert bei jedem Heimatbesuch einen Arzttermin, oder man sucht sich auf der Insel einen neuen Arzt, der die eigene Geschichte nicht kennt und erst mal von vorne anfängt. Telemedizin macht beides überflüssig. Zehn Minuten Fragebogen, ärztliche Prüfung, Medikament per Post. Kein Termin, kein Wartezimmer. Und vor allem: alles auf Deutsch. Wer das einmal ausprobiert hat, fragt sich meistens, warum er so lange damit gewartet hat.

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