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Art Cologne vor dem Start – Palma wird zur Stadt der Kunstmessen

Mit der Art Cologne Palma Mallorca hält eine der renommiertesten Kunstmessen der Welt auf der Insel Einzug – mit 88 Galerien aus 20 Ländern, auch von Mallorca

Vorstellung der Kunstmesse Art Cologne Palma Mallorca in der Llotja. | Foto: M. A. Cañellas

| Palma, Mallorca | |

Von Donnerstag, 9. April, bis Sonntag, 12. April, steigt im Kongresspalast in Palma die Kunstmesse Art Cologne Palma Mallorca. Die neue Messe ist ein Ableger der 1967 gegründeten Art Cologne, der ältesten Kunstmesse der Welt. 88 Galerien aus 20 Ländern, darunter auch aus Mallorca, präsentieren moderne und zeitgenössische Kunst. Damit schickt sich die Insel an, sich in eine Liga einzureihen, die sonst Städte wie Basel, Miami oder London prägen.

"Mutter aller Messen"

Bereits 2007 gab es einen Versuch, die "Mutter aller Messen für moderne und zeitgenössische Kunst" nach Palma zu holen. Doch das Projekt scheiterte nach nur einer Ausgabe: Es fehlte an institutioneller Unterstützung. Diesmal stehen die Zeichen besser. Die Koelnmesse als Veranstalter, die lokale Galerievereinigung Art Palma Contemporani sowie das Govern, der Consell de Mallorca und das Rathaus Palma arbeiten Hand in Hand. Die Präsentation in Palmas alter Seehandelsbörse Sa Llotja unterstrich den Ernst der Beteiligten. Koelnmesse-Chef Gerald Böse fühlte sich in dem gotischen Bau an den Kölner Dom erinnert und sprach von einem Gefühl, "wie zu Hause".

Böse ist überzeugt, dass Palma der ideale Ort für ein südeuropäisches Standbein der Art Cologne ist. "Das Engagement aller Beteiligten hat diese Begegnung in einem der bedeutendsten Kulturzentren des Mittelmeers möglich gemacht", sagte er. Die Messe zeige, was entstehen könne, wenn eine international ausgerichtete Messe, öffentliche Institutionen und die lokale Kunstszene gemeinsam an einem Strang ziehen. Fast zwei Jahre dauerten die Gespräche und Vorbereitungen. Böse kündigte bereits an, die Messe werde 2027 fortgesetzt, man arbeite schon daran.

Regierungschefin Marga Prohens sieht in der Messe mehr als ein kulturelles Ereignis. Für sie ist die Art Cologne Palma Mallorca ein strategisches Mittel, um den Tourismus zu verändern: weg vom Massentourismus, hin zu einem zahlungskräftigen Publikum mit Interesse an Kultur auch außerhalb der Hochsaison. Die Balearen stünden damit „in der ersten Reihe des weltweiten Kunstzirkus”, so Prohens.

Bürgermeister Jaime Martínez betrachtet die Messe als logischen Schritt für eine Stadt, die sich als Zentrum für Museen und Galerien versteht. Kunst und Kultur seien „zwei starke Motoren des gesellschaftlichen Wandels”. Inselratspräsident Llorenç Galmés betonte den wirtschaftlichen Nutzen für die gesamte Insel: Die Messe ziehe ein spezialisiertes Publikum an, das Hotellerie, Handel und Dienstleistungen belebe und Mallorcas kulturelle Strahlkraft über die Insel hinaus trage.

Die Messe teilt sich in zwei Bereiche. Im großen Saal, dem Gran Saló, zeigen 25 bis 30 etablierte Galerien Werke von der klassischen Moderne bis zu zeitgenössischen Werken mit hohem Marktwert. Der Bereich Parkour im Erd- und Obergeschoss gehört jungen, aufstrebenden Galerien mit jüngster Gegenwartskunst.

In einer Sonderschau mit dem Titel Experiències abstractes. Juli Ramis – Rafael Tur Costa, 1953–1970 vereint Kurator Jaume Reus Werke aus drei bedeutenden Privatsammlungen der Balearen, der Col·lecció Serra, der Col·lecció Joan Oliver „Maneu” und der Col·lecció Tur Witt. Im Zentrum stehen zwei Maler, die auf den Inseln bekannt, international aber kaum beachtet sind: Juli Ramis (1910–1990) und Rafael Tur Costa (1927–2020). Beide entwickelten in den 1950er- bis 1970er-Jahren eine abstrakte Malerei, geprägt von Materie, Textur und Gestik. Die Werke waren bisher kaum öffentlich zu sehen.
Tickets gibt es unter palmapalaudecongressos.janto.es.

Die Preview am 9. April von 12 bis 20 Uhr kostet 75 Euro. Vom 10. bis 12. April öffnet die Messe von 13 bis 20 Uhr, der Eintritt beträgt 25 Euro, ermäßigt 12 Euro und ist am letzten Messetag für Residenten frei.

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