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Neuer Gastro-Trend auf Mallorca: Fernost-Food kommt immer häufiger auf den Teller

In Palma sind die exotischen Lokale auf dem Vormarsch. Von schnellen Snacks bis hin zu geselligen „Kochabenden”

Chinesischer Feuertopf: In deftige und scharfe Fondü-Brühe kommen Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Pilze, Nudeln, Kartoffeln ... – kurz: alles, was schmeckt | Foto: ans

| Mallorca |

Wer schon einmal in Asien gegessen hat, weiß: Vieles, was wir hier in Europa und auf Mallorca als „asiatische Küche” serviert bekommen, hat mit dem Original ungefähr so viel gemeinsam wie ein Eimer Sangría mit spanischer Tischkultur. Als Sinologin und ehemalige China-Residentin habe ich unzählige Klassiker probiert und bei Begegnungen mit Chinesen, Japanern und Koreanern so manche kulinarische Überraschung erlebt.

Wenn in dem stylishen Restaurant „Buga Ramen” die japanische Nudelsuppe serviert wird, fühlt man sich wie in Tokio. Auf den Teller kommen zusätzlich Gemüse, Ei, Fleisch oder Fisch

Umso größer war mein Erstaunen, wie viel Echtes und wie viel frischer Fernost-Geschmack inzwischen in Palma aufgetaucht ist. Klar, das musste ich probieren. Alles. Die spannendsten Entdeckungen, vom fluffigsten Frühstück bis zum feurigsten Hotpot, habe ich hier für Sie zusammengestellt. Und weil ich weiß, wie neugierig viele von Ihnen auf authentische Asia-Küche sind, nehme ich Sie jetzt mit auf eine kleine kulinarische Tour durch Palma.

Pancakes in mehreren Schichten gegart

Einen ausgefallenen Brunch bietet das Café „Fluffy” mit japanischen Soufflé-Pancakes. In Asien werden einfache Gerichte aus dem Westen gern neu interpretiert. Deshalb kommen die Pancakes in Japan besonders dick und weich daher, denn sie werden in mehreren Schichten gegart. Sie schmecken süß oder herzhaft, mit cremiger oder fruchtiger Soße. Eine Portion gibt es ab 10 Euro.

Das japanische Pendant zum Pausenbrot ist Onigiri. Die dreieckigen Klebreispäckchen werden mit Fisch, Fleisch, Meeresfrüchten oder Gemüse gefüllt. Das aus Algen hergestellte Noriblatt, das den Snack umhüllt, sorgt für extra Würze und kleckerfreie Finger. Klassiker ist die Thunfisch-Mayonnaise-Füllung, dazu passen Sojasauce oder japanische Spicy Mayo. Ein Stück kostet 3,65 Euro und kann beim Restaurant „Aki Japo” im Carrer Sindicat 48 mitgenommen oder vor Ort verzehrt werden.

Ein schneller Imbiss oder Streetfood wird in Korea Bunsik genannt. Dazu gehören Hotdogs, die in Korea eine ganz eigene Weiterentwicklung erfahren haben. Ein Würstchen am Spieß wird gerne mit Käse in dickflüssigem Teig gerollt und in einer Panade aus japanischen Panko-Brotkrumen, Kartoffelwürfeln oder klein zerbrochenen Instantnudeln frittiert.

Es lohnt sich auch, die scharfen und frittierten Hähnchenstücke, Reisteigsticks in Chilisauce oder die Kimchi-Cheese-Pommes zu versuchen. Ein Hotdog ist ab 4,90 Euro am Stand „Korean Bunsik” im Olivar-Markt in Palma erhältlich.

Ramen, die japanische Nudelsuppe, ist längst bekannt, aber hat ihren Kultstatus nie verloren. In stylisher Atmosphäre wie bei „Buga Ramen” fühlt man sich fast wie in Tokio. Zur gewählten Brühe kommen Nudeln und Einlagen wie Ei, Gemüse oder Fleisch. Das Gericht gibt es ab 
13 Euro im Restaurant an der Plaça Alexandre Jaume 3.

Fleisch, Fisch und Gemüse in einem Hotpot

Der chinesische Feuertopf Huoguo ist ein Gericht aus dem Reich der Mitte, das im Sommer wie im Winter beliebt ist. Das Fondue eignet sich perfekt für Gruppen. In einem geteilten Topf werden meist zwei Brühen serviert, eine milde und eine scharfe. Hier wird kein Stückchen auf ein Gäbelchen gespießt; stattdessen landet die Auswahl direkt im Topf und wird später mit einem kleinen Sieb wieder herausgefischt. In den Hotpot kommt alles, was auf den Tisch passt: verschiedene Fleischsorten, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Nudeln und Pilze, wie zum Beispiel Enoki und Shiitake. Fertig gegart, wird die Portion mit einer Soße (Tipp: Erdnuss) auf ein Salatblatt gelegt und als Päckchen mit einem Biss gegessen. Gemischte Platten für zwei Personen gibt es ab 50 Euro bei „Liu’s Hotpot” (Carrer Arxiduc Lluís Salvador, 5) in Palma.

Wer lieber grillt, sollte Bulgogi probieren. Das koreanische „Feuerfleisch” ist hauchdünn geschnitten, mariniert und wird auf einem im Tisch eingelassenen Grill gebraten. Auch Gemüse und Pilze schmecken hier fein. Das Gegrillte wird mit Reis, Kimchi (in Chili eingelegter Chinakohl) und Soßen auf ein Salatblatt gelegt, eingerollt und mit der Hand gegessen. Manche Fleischstücke werden direkt am Tisch mit einer Schere geschnitten. Eine gemischte Platte für zwei Personen kostet rund 30 Euro. Bulgogi gibt es bei „Buga Barbacoa” (Plaça Major 4) in Palma. „Manman chi!”, wie man in China sagt: Guten Appetit!

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