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Von Wahl zu Wahl

Beispiel Straßenbahn: Keine Chance für große Würfe

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Man muss schon tief ins Archiv greifen, um die ersten Pläne für die (Wieder-)Einführung der Straßenbahnen in der Bucht von Palma zu finden. Seit fast zwei Jahrzehnten wird darüber geredet, herausgekommen ist in all den Jahren nichts.

Jetzt legt die Balearen-Regierung wieder Pläne vor, konkreter als je zuvor. Die Bahn fährt sogar, zumindest im Promo-Video. Mehr wollen wir uns noch nicht vorstellen, denn dem Projekt droht Ungemach. Es sind Einsprüche in Masse zu erwarten, und die Opposition, die vielleicht schon bald wieder an der Regierung ist, möchte lieber eine U-Bahn. Politik trifft auf Wirklichkeit, würde Plasberg dazu sagen.

Es ist uns ein Rätsel, warum die Entscheidung für den öffentlichen Nahverkehr der Zukunft so schwer fällt. Als ob Palma die einzige Stadt in Europa wäre. Man muss sich doch nur mal in vergleichbaren Metropolen umschauen, was State of the Art ist. Die Metro wird in der „Preisklasse” Palma die Ausnahme sein, die Straßenbahn die Nummer eins.

Und nimmt man dann noch die Besonderheiten Palmas hinzu, dürfte die Entscheidung noch ein bisschen deutlicher ausfallen. Wer soll denn angesichts der leeren Kassen der öffentlichen Hand eine U-Bahn bezahlen? Und ist sie am Meer technisch überhaupt realisierbar? Wie lange dauert der Bau? Es muss doch parteiunabhängige Experten geben, die darauf eine Antwort haben.

So muss man den Eindruck gewinnen, dass es nicht um die beste, sondern um die eigene Lösung geht. Die politische Unkultur verhindert, dass in wesentlichen Fragen der Gesellschaft Lösungen gefunden werden, die die Legislaturperiode überdauern. Das Trauerspiel um die überfällige Sanierung der Playa de Palma ist ein weiteres Beispiel dafür.

Wir werden also eine Straßenbahn bekommen, wenn der Linksblock erneut die nächsten Wahlen gewinnt. Wenn nicht, dann vielleicht eine Metro. Aber nur, wenn sie noch vor den übernächsten Wahlen an den Start geht. Ein Desaster.

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