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Clara Hammerl soll posthum Ehrenbürgerin werden

Pollença plant Würdigung der deutschen Unternehmerin

Clara Hammerl (l.) mit Ehemann und Kindern auf Mallorca.

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Das Rathaus von Pollença will die deutsche Unternehmerin Clara Hammerl posthum zur Ehrenbürgerin ernennen. Ein Vorhaben dieser Art wurde bereits 2008 begonnen, aber letztlich nicht verwirklicht. Clara Hammerl leitete von 1908 bis 1916 auf Mallorca die Sparkasse Caixa Pollença und war damit die erste Frau in ganz Spanien, die je einem Finanzinstitut vorstand.

Clara Hammerl erblickte das Licht der Welt 1860 im preußischen Bromberg als Tochter eines Lokomotivführers. 1883 zog sie nach Berlin, wo sie als Lehrerin arbeitete. Hier lernte sie 1887 den Mallorquiner Guillem Cifre de Colonya kennen. Der Pädagoge hatte 1879 in Pollença eine laizistische Schule sowie 1880 die Sparkasse gegründet.

Der engagierte Unternehmer strebte danach, benachteiligten Schichten Bildung, Kultur und letztlich Emanzipation nahezubringen. Als Anhänger des deutschen Philosophen Karl Krause lernte er Deutsch.

Das Paar heiratete 1889, Clara zog nach Pollença, es kamen drei Kinder, eines davon starb 1900. Nach dem Tod ihres Mannes 1908 führte Clara Hammerl die Sparkasse bis 1916 fort. Sie starb in den 1950er Jahren in Argentinien.

Das Vorhaben, die deutsche Unternehmerin zur "Adoptivtochter" ("hija adoptiva") von Pollença zu ernnen, liegt derzeit öffentlich im Rathaus aus. Der Gemeinderat will im Juli abschließend entscheiden. Danach könnte Hammerl während des Heimatfestes im August offiziell zur Ehrenbürgerin erhoben werden.

Im Rahmen der ersten Unternehmerinnen-Messe auf den Balearen im Jahre 2008 hatten die Mitglieder des Unternehmerinnenverbandes erstmals Clara Hammerl als historische Vorkämpferin auf Mallorca gewürdigt.

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