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Er erfuhr es als Letzter

Frank Hanebuth nach seiner Verhaftung im Juli 2013. | Foto: Ultima Hora

Mallorca |

Wo ist Frank Hanebuth? Diese Frage stellt sich, nachdem der ehemalige Hells-Angels-Boss aus der spanischen Untersuchungshaft entlassen worden ist. Mehr als zwei Jahre nach seiner Verhaftung auf Mallorca konnte Hanebuth am Montag das Gefängnis El Puerto de Santa María I bei Cádiz im Süden Spaniens verlassen. Zuvor hatte der 50-Jährige eine Kaution von 60.000 Euro bezahlt. Er muss sich täglich bei den Behörden melden und darf Spanien bis zum Prozessbeginn nicht verlassen.

Das bedeutet: Der Rocker braucht einen spanischen Wohnsitz. Vor der Verhaftung auf Mallorca war er auf der Insel, in Lloret de Vistalegre, ansässig. "Ich werde keine Aussage darüber abgeben, wo sich Frank Hanebuth aufhält", erklärte dessen Hannoveraner Anwalt Götz von Fromberg auf MM-Anfrage am Mittwoch. Zwar weiß von Fromberg, dass Medien seinen Mandanten früher oder später aufspüren werden, er betont aber: "Ich möchte ihm jeden Tag der Ruhe gönnen. Die Zeit war anstrengend genug für ihn."

Kommt Hanebuth denn bald wieder nach Mallorca? "Nein, nach meinen Informationen wird das nicht so sein", so von Fromberg.

Dem Anwalt zufolge hat der Rocker die zwei Jahre Untersuchungshaft gut überstanden: "Er hat abgenommen, ist topfit, psychisch und physisch sehr stabil." Von Fromberg verrät, dass Hanebuth offenbar als Letzter von der eigenen Freilassung erfahren hat: "Die Entscheidung wurde Freitag bekannt, zu ihm ist die Information aber erst am Sonntag durchgedrungen."

Zu den gleichen Bedingungen wie Hanebuth kam auch dessen mutmaßlicher Komplize Khalil Youssafi auf freien Fuß, der in einer anderen Haftanstalt einsaß.

Dass alles jetzt überraschend doch ganz anders kam, als von den Anwälten erwartet, hat folgenden Hintergrund: Die Strafkammer des Nationalen Gerichtshofs hatte vergangene Woche eine Entscheidung von Ermittlungsrichter Eloy Velasco widerrufen, mit der die Untersuchungshaft für Hanebuth und Youssafi um maximal zwei Jahre verlängert werden sollte. Zur Begründung heißt es nun, dass keine Verdunklungsgefahr mehr bestehe.

(Den vollständigen Bericht lesen Sie in der jüngsten MM-Ausgabe, erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.)

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