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Die besondere Beziehung von Frauen zu Olivenbäumen auf Mallorca

Juwelierin Llucia Magraner bei der Arbeit. | Ultima Hora

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Eine Zeitreise auf Mallorcas Plantagen in die 1950er Jahre: Junge Bäuerinnen, auf mallorquinisch Payesas, ernten unter schweißtreibenden Bedingungen kiloweise Oliven von den Bäumen. Bis heute hat die mediterrane Steinfrucht eine wichtige Bedeutung auf der Insel. Aus ihr wird schließlich der Exportschlager gewonnen: das Olivenöl. Doch der biblische Baum liefert nicht nur Lebensmittel...

Die alten Bäume haben aufgrund ihrer Form und Kraft über die Jahrhunderte hinweg auch unzählige Künstler und Künstlerinnen auf Mallorca inspiriert. So widmete die Designerin Isabel Guarch dem Olivenbaum unter dem Namen „El Olivo” im vergangenen Sommer bereits eine eigene Schmuckkollektion, in der vergoldete Olivenblätter als Ohrringe und Anhänger im Vordergrund standen. Diese präsentierte Guarch in der Fünf-Sterne-Unterkunft La Residencia im Künstlerdorf Deià.

Die Mallorquinerin Llucia Magraner stellt seit rund anderthalb Jahren in ihrer kleinen Werkstatt zwischen Sóller und Port de Sóller Schmuck aus dem Holz des Olivenbaums her. Die Idee kam der gelernten Modellbauerin und Juwelierin während der Corona-Pandemie. „Meine Eltern haben auf ihrer Finca Ca’n Burdils zahlreiche Olivenhaine. Wir nutzen das Holz im Winter zum Heizen, aus den Früchten stellen wir Öl her, wieso also nicht auch Schmuck? Der Olivenbaum ist einfach ein Alleskönner.” Doch bevor aus dem Holz etwas hergestellt werden kann, gibt es einige Dinge zu beachten. „Man braucht viel Geduld. Das Olivenholz ist eine Diva. Um mit ihm arbeiten zu können, braucht es seine Zeit bis das Material trocken ist”, so Magraner. Durchschnittlich dauert das etwa anderthalb Jahre.

Im Rahmen ihrer Ausbildung, die sie hauptsächlich in Barcelona absolvierte, sammelte die Mallorquinerin aus Sóller bereits früh Erfahrungen mit verschiedenen Materialien. „Das Holz des Olivenbaums ist mein persönlicher Liebling. Es ist robust, widerstandsfähig, unkompliziert und verfügt über wunderschöne Farbnuancen und Strukturen, die immer wieder anders ausfallen”. Um ihre Kollektion zu veredeln und ihr einen gewissen Charakter zu verleihen, arbeitet Magraner zudem Silber in das Holz ein. Nachhaltigkeit liegt der Mallorquinerin dabei am Herzen. „Ich verwende nur lokale Produkte. So handelt es sich bei dem Metall um recyceltes Silber”. Wie das Material dann in die Schmuckstücke hinein verarbeitet wird, entscheidet die Mallorquinerin spontan. „Manchmal mache ich mir Skizzen, aber die meisten Modelle entstehen intuitiv.”

Für die Fertigstellung eines Objekts benötigt die Mallorquinerin durchschnittlich vier Tage. „Der Baumstamm muss zunächst von der Finca in die Werkstatt gebracht, zurechtgesägt und die einzelnen Holzstücke mit Pergamentpapier geschliffen werden. Anschließend wird das Holz zum Schutz mit Leinsamenöl eingeschmiert. Die Herstellung des Schmucks ist ein Vollzeitjob. „Ich verbringe täglich mindestens acht Stunden in der Werkstatt und arbeite an meiner Kollektion.”

Mittlerweile verkauft Llucia Magraner ihre Erzeugnisse unter der Marke Xia an verschiedene Läden und Märkte, wie zum Beispiel in Consell oder auf dem Nachtmarkt in Alcúdia. Die Mallorquinerin hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Ware für einen erschwinglichen Preis anzubieten. So kostet ein Schmuckstück je nach Arbeitsaufwand zwischen 30 und 90 Euro. „Schöner nachhaltiger Schmuck sollte für jeden Geldbeutel vorhanden sein.”

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