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Jagd auf Mallorcas Wildziegen entwickelt sich zum Tourismusgeschäft

Diebstähle von Ziegen auf privaten Fincas häufen sich. Täter sind oftmals Anbieter von Jagdausflügen

| Mallorca |

Mallorcas Wildziegen-Böcke entwickeln sich zusehends zu einer beliebten Trophäe von ausländischen Hobby-Jägern, die auf die Insel reisen, um das einzige Großwild auf den Balearen zu erlegen. Laut der Website mallorcahunting.com ist der sogenannte Boc Balear eine der begehrtesten Arten in der nationalen und internationalen Jagd-Szene. Nach einem Bericht der MM-Schwesterzeitung „Ultima Hora“ sei die mallorquinische Bergziege insbesondere unter US-amerikanischen Freizeit-Jägern „in Mode“ gekommen. Die zahlten für den Abschuss bis zu 6000 Euro.

Die Jagd auf Bergziegen ist derzeit auf dreizehn privaten Fincas erlaubt. Die dafür notwendige Genehmigung wird von Mallorcas Inselrat ausgestellt. Da die Bestände nicht mehr die Nachfrage von Jagdtouristen decken können, komme es immer häufiger vor, dass Ziegen von anderen Fincas gestohlen werden. Sowohl Finca-Besitzer als auch Jäger fordern aus diesem Grund eine Regulierung für die Großwild-Jagd auf den Balearen.

Im vergangenen Jahr wurden etwa 60 Wildziegen-Böcke von ausländischen Hobby-Jägern auf Mallorca erlegt. Diese Zahl könnte auf 100 ansteigen, "wenn keine Ordnung geschaffen wird“, monierte der balearische Jagdverband vor kurzem. Der Zufall will es, dass der für die Jägerei zuständige Dezernent im Inselrat, Pedro Bestard von der rechtspopulistischen Partei Vox, erst vor kurzem als Präsident der regionalen Jägervereinigung zurückgetreten ist.

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