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Villa in Edelviertel von Palma unterschlagen? Deutscher Millionär wegen Steuerbetrugs auf Mallorca vor Gericht

Es läuft ein Verfahren um mutmaßlich hinterzogene 600.000 Euro bei einem Villenverkauf. Der Mann ist offenbar im Jetset-Milieu unterwegs

| Mallorca |

Ein deutscher Multimillionär und ein Anwalt aus Mallorca müssen sich seit Montag (7.7.) vor Gericht in Palma verantworten. Das berichtet die spanische MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora". Demnach werfe ihm die Staatsanwaltschaft Steuerbetrug beim Verkauf einer Luxusvilla in Son Vida vor. Der Hauptangeklagte, ein Unternehmer mit Wohnsitz in Dubai, soll gemeinsam mit dem Juristen mehr als 600.000 Euro an Körperschaftssteuer hinterzogen haben.

Die beiden Männer gründeten im Jahr 2007 eine Firma, die offiziell für Immobiliengeschäfte auf Mallorca gedacht war. Tatsächlich, so die Anklage, diente das Unternehmen nur dazu, eine Villa in Son Vida zu kaufen und später gewinnbringend zu veräußern. Der Kauf erfolgte 2007 für 3,4 Millionen Euro, der Verkauf fünf Jahre später für über sechs Millionen Euro – eine Wertsteigerung, die steuerlich nicht korrekt abgerechnet worden sein soll.

600.000 Euro hinterzogen – 3,6 Millionen Euro gefordert

Während der Besitzzeit nutzte der Unternehmer die Immobilie als Familienwohnsitz. Nach Ansicht der Ermittler hätte der erzielte Gewinn bei der Transaktion 2012 versteuert werden müssen. Das sei nicht geschehen. Die Firma „Protagas Mallorca S.L.“, über die der Verkauf lief, habe keine Körperschaftssteuer entrichtet.

Die Staatsanwaltschaft fordert für beide Angeklagten zweieinhalb Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von jeweils 1,8 Millionen Euro – dem Dreifachen des hinterzogenen Betrags. Zusätzlich sollen sie gemeinsam zivilrechtlich für den Steuerschaden haften. Die Anklage sieht in dem Fall eine gezielte Verschleierung von Gewinnen vor dem spanischen Fiskus.

Prominenter Geschäftsmann mit Jetset-Profil

Der Unternehmer ist kein Unbekannter: Er war bereits auf dem Cover des Time Magazine bei einer Veranstaltung in Monaco zu sehen und zeigt sich regelmäßig bei Events an der Côte d’Azur. Heute verwaltet er von Dubai aus Investmentfonds. Das Verfahren soll drei Tage dauern – ein Urteil wird gegen Ende der Woche erwartet.

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