Vom eisigen Sturmtief Ingrid, das derzeit weite Teile des spanischen Festlands lahmlegt, ist Mallorca bislang nur am Rande betroffen. Zwar ist auf den Balearen aktuell von Lieferausfällen in Supermärkten noch nichts zu spüren, doch die Transportbranche warnt: Sollten die winterlichen Bedingungen auf dem Festland andauern, könnten auch Mallorca und Co. in den kommenden Tagen in Mitleidenschaft gezogen werden.
"Im Moment gibt es auf den Balearen keine direkte Beeinträchtigung", erklärte Petra Mut, Geschäftsführerin des balearischen Transportverbands FEBT. Man beobachte die Entwicklung auf dem Festland jedoch "rund um die Uhr" und stehe in engem Kontakt mit nationalen Transporteuren. Einschränkungen seien vor allem dann möglich, "wenn Waren nicht mehr so flüssig ankommen wie gewohnt". Eine akute Alarmstimmung gebe es derzeit nicht, sagte Mut. Dies könne sich jedoch ändern, falls sich "die Wetterlage verschärfe oder länger anhalte", zitiert sie das Onlinemedium "Crónica Balear".
Auf dem Festland bliebt die Lage am Freitag angespannt. Aufgrund von Sturm, Schnee und Eis hat die spanische Straßenverkehrsbehörde DGT präventiv weite Teile des Schwerlastverkehrs eingeschränkt. Lastwagen über 7,5 Tonnen dürfen zahlreiche Fernstraßen derzeit nicht befahren. Nach Angaben der Transportverbände sind mehr als 15 wichtige Verkehrsachsen betroffen. Hunderte Lkw sitzen fest, insbesondere auf den Zufahrtsrouten in den Nordwesten des Landes.
Carlos Folchi, Präsident des nationalen Transportverbands Fenadismer, warnte davor, dass es innerhalb von "24 bis 48 Stunden" zu leeren Regalen kommen könne, sollten sich keine alternativen Routen für den Güterverkehr auftun. Die Sicherheitsmaßnahmen gefährdeten die Lieferketten, insbesondere für Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs. Der spanische Supermarktverband Asedas meldete bereits erste Störungen in der Versorgung auf dem Festland.
Auf den Balearen sind solche Engpässe bislang ausgeblieben. Gleichwohl gilt der Inselmarkt als besonders sensibel, da ein Großteil der Waren vom Festland per Lkw und Fähre geliefert wird. Sollten die Einschränkungen im Transportwesen länger andauern, könnten sich Verzögerungen auch auf Mallorca bemerkbar machen.
Noch jedoch geben sich die Verbände zurückhaltend. Entscheidend werde sein, wie schnell sich die Lage auf dem Festland entspannt – und ob der Warenverkehr rasch wieder zuverlässig ins Rollen kommt.