Sie springen, laufen auf allen Vieren und setzen sich Wolfs-, Fuchs- oder Katzenmasken auf, während jemand die Szene mit dem Handy filmt. Was bis vor kurzem noch ein weit entfernter Trend zu sein schien, der mit Jugendlichen in den USA in Verbindung gebracht wurde, hat nun auch Mallorca erreicht. Das Phänomen der sogenannten Therian, Menschen, die sich spirituell mit einem Tier identifizieren, hat begonnen, in den sozialen Netzwerken mit Videos, die an verschiedenen Orten der Insel aufgenommen wurden, und Nachrichten, die sogar auf ein angebliches Treffen hindeuten, die Runde zu machen.
In den letzten Tagen haben verschiedene Profile auf digitalen Plattformen Aufnahmen verbreitet, die in Parks und Promenaden verschiedener mallorquinischer Gemeinden gemacht wurden. Die Videos zeigen junge Menschen, die springen, rennen und Posen einnehmen, die das Verhalten verschiedener Tierarten imitieren, während jemand die Szene mit dem Handy aufzeichnet.
In Manacor soll es am Samstag zur Sache gehen
Ein Aufruf in den sozialen Netzwerken nennt den Marktplatz von Manacor als informellen Treffpunkt für den kommenden Samstag, 28. Februar. Diese Ankündigung kommt unmittelbar nach umstrittenen Treffen in anderen spanischen Städten am vergangenen Wochenende, bei denen sich Gruppen von Jugendlichen, die sich mit der Therian-Bewegung identifizieren, an öffentlichen Orten versammelten und gemischte Reaktionen hervorriefen.
Der Begriff „Therian” stammt vom englischen Wort „therianthrope” und beschreibt Menschen, die sich spirituell mit einem bestimmten Tier identifizieren, bis zu dem Punkt, dass sie es als wesentlichen Teil ihrer persönlichen Identität betrachten. Obwohl diese Form der Identifikation kein neues Phänomen ist, hat ihre Sichtbarkeit dank der Reichweite der sozialen Netzwerke exponentiell zugenommen. Unter spezifischen Hashtags wie #therian, #quadrobics oder #therianpride teilen junge Menschen aus ganz Spanien ihre Trainingsroutinen, Tutorials zur Herstellung handgefertigter Masken und persönliche Reflexionen über ihre Erfahrungen als Individuen, die eine tiefe Verbindung zu bestimmten Tierarten empfinden.
Quadrobics wird von seinen Anhängern als eine Form der körperlichen Betätigung und des Ausdrucks ihrer Identität angesehen und beinhaltet das Fortbewegen auf allen vieren mit Sprüngen, Läufen und Bewegungen, die von der Bewegungsweise von Wölfen, Raubkatzen, Füchsen oder Hunden inspiriert sind. Die Praktizierenden behaupten, dass diese Aktivität es ihnen ermöglicht, sich mit ihrem „tierischen Ich” zu verbinden und körperliche Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Koordination und Ausdauer zu entwickeln.