Die Policia Nacional hat auf Mallorca drei spanische Staatsangehörige festgenommen, die verdächtigt werden, eine Frau als Pflegekraft für einen Angehörigen versklavt zu haben. Wie die spanische Tageszeitung Ultima Hora berichtete, arbeitete das Opfer rund um die Uhr für knapp 900 Euro im Monat und hatte lediglich einen einzigen freien Tag pro Woche.
Die Ermittlungen begannen, nachdem das Opfer selbst Anzeige erstattet hatte. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer irregulären Verwaltungssituation und war über eine Bekannte vermittelt worden, um als interne Pflegekraft für einen pflegebedürftigen Verwandten der Festgenommenen zu arbeiten.
Die Frau hatte keinen regulären Aufenthaltsstatus
"Sie war rund um die Uhr verfügbar, erhielt kein reguläres Gehalt und keine angemessenen Arbeitsmittel", berichtet die spanische Polizei. Die Frau sei mehrfach verletzt worden, habe aber kaum medizinische Hilfe erhalten, aus Angst, dass das Arbeitsverhältnis entdeckt werden könnte.
Während Kontrollen durch die zuständige Behörde der Balearenregierung wurde das Opfer gezwungen, sich zu verstecken, um den Familienangehörigen vor möglichen Konsequenzen zu schützen. Zudem drohten die Festgenommenen der Frau damit, ihre angeblichen Kontakte zur Polizei zu nutzen, um sie aufgrund ihres irregulären Aufenthaltsstatus zu inhaftieren.
Die drei Verdächtigen wurden am vergangenen Mittwoch festgenommen. Gegen sie wird nun wegen mehrfacher Verstöße gegen die Arbeitnehmerrechte, Begünstigung illegaler Einwanderung, Nötigung, Drohung und Verletzung der moralischen Integrität ermittelt. Die Polizei betont, dass die Operation von einer Spezialeinheit koordiniert wurde und Teil ihrer laufenden Maßnahmen gegen Arbeitsausbeutung und Menschenhandel ist.