Im Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer jungen Mallorca-Touristin in Magaluf sind acht Angeklagte zu insgesamt 73 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Männer – sieben Franzosen und ein Schweizer – hatten sich am Montag vor dem Gericht in Palma schuldig bekannt. Zuvor hatten sie der damals 18-jährigen britischen Urlauberin eine Entschädigung von 150.000 Euro gezahlt, was das Gericht als strafmildernden Umstand wertete.
Die Tat ereignete sich am frühen Morgen des 14. August 2023 in einem Hotel in Magaluf. Zwei der Angeklagten brachten die junge Frau gegen 7.30 Uhr in ein Hotelzimmer. Kurz darauf stießen die übrigen Männer hinzu. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft nutzten sie die abgeschlossene Situation im Zimmer aus und vergewaltigten die stark alkoholisierte Touristin gemeinschaftlich.
Täter filmten mit
Besonders schwer wiegt dabei, dass mehrere Täter die Übergriffe filmten und die Videos anschließend über den Kurznachrichtendienst Snapchat verbreiteten. Einige der Beteiligten feuerten die anderen während der Tat sogar mit abfälligen und entwürdigenden Kommentaren an, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.
Die Guardia Civil leitete nach Bekanntwerden des Falls Ermittlungen ein und nahm die Verdächtigen fest. Auf den Mobiltelefonen mehrerer Beschuldigter fanden die Ermittler zahlreiche Videoaufnahmen der Tat. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von insgesamt 151 Jahren gefordert. Nach einer Einigung zwischen Anklage, Nebenklage und Verteidigung wurde das Strafmaß jedoch reduziert. Das Gericht berücksichtigte dabei insbesondere die Zahlung der Entschädigung an das Opfer.