Nach einem ungewöhnlich feuchten Winter dürfen regengeplagte Residenten und Mallorca-Urlauber Hoffnung schöpfen: Auf den Balearen könnte nach Einschätzung des spanischen Wetterdienstes AEMET ein "vergleichsweise milder Frühling" folgen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent dürften die Temperaturen in den kommenden Monaten über dem langjährigen Durchschnitt liegen.
Die Sprecherin der Wetterbehörde auf den Balearen, María José Guerrero, zog am Mittwoch Bilanz der vergangenen Wintermonate – und sprach von einem "milden, regenreichen und windigen" Winter. Ungewöhnlich sei vor allem die rasche Abfolge von Tiefdruckgebieten gewesen. Während normalerweise etwa alle sieben Tage ein neues Sturmtief die Inseln erreiche, sei in diesem Winter im Abstand von zwei bis drei Tagen ein neues Tief eingetroffen. Eine Kältewelle habe es dagegen überhaupt nicht gegeben.
Besonders deutlich zeigt sich die Abweichung von den üblichen Werten im Februar: Auf Mallorca und Ibiza sei es der wärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen, mit Temperaturen fast drei Grad über dem langjährigen Mittel. Gleichzeitig wurden in Palma so viele Regentage registriert wie noch nie in einem Winter – am Flughafen Son Sant Joan wurden 48 Tage mit Niederschlag gezählt. Auch die Gesamtmenge lag deutlich über dem Durchschnitt: Zwischen Dezember und März fielen auf Mallorca im Mittel 217 Liter pro Quadratmeter, rund 19 Prozent mehr als üblich. Normal sind 180 Liter.
Hinzu kam außergewöhnlich starker Wind. Laut Guerrero gab es an der Messstation des Flughafens 30 Tage mit kräftigen Böen – ein bislang nie erreichbarer Wert. Die stärkste Böe erreichte in der Serra de Alfàbia 162 Kilometer pro Stunde.
Für den bevorstehenden Frühling erwartet der Wetterdienst zwar insgesamt "normale Niederschlagsmengen". Möglich seien jedoch weiterhin Durchzüge von Tiefdruckgebieten sowie Tage mit Saharastaub, die sogenannten "Schlammregen" bringen könnten. Gleichzeitig steige zum Ende des Frühjahrs die Wahrscheinlichkeit erster Hitzewellen.
Kurzfristig kündigte Guerrero allerdings nochmals unbeständiges Wetter an: Eine Kaltfront soll am Wochenende erneut Schauer bringen, oberhalb von 1000 Metern möglicherweise sogar Schnee. Die Temperaturen sollen zunächst sinken, bevor sich die Lage in der kommenden Woche wieder stabilisiere. Aber: Ende März könnte es jedoch erneut zu einer Niederschlagsperiode kommen.