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Zwangsräumung auf Mallorca: Ukrainische Familie muss ehemaliges Hostal verlassen – Gericht fällt hartes Urteil!

Gericht stuft Bewohner als Okupas ohne rechtlichen Nutzungsanspruch ein – Räumung angeordnet, Vollstreckung und Berufung möglich

Bild der Fassade und des Eingangs des Hostals Sorrento in der Calle Manacor in Palma. | Foto: F. F.

| | Mallorca |

Ein Gericht in Palma hat entschieden, dass eine ukrainische Flüchtlingsfamilie das Gebäude des ehemaligen Hostal Sorrento im Stadtteil La Soledad in Mallorcas Hauptstadt räumen muss. Damit gab das Gericht einer Klage des Eigentümers, der Organisation Amadiba ("Balearische Vereinigung der Eltern von Kindern mit Behinderung"), in vollem Umfang statt.

Wie die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung Última Hora schrieb, haben nach dem Urteil die drei erwachsenen Bewohner sowie die Kinder, die derzeit eine Etage des Gebäudes bewohnen, keinen rechtlichen Anspruch auf die Nutzung der Immobilie und entrichten zudem keine Miete. Das Gericht ordnete daher die Räumung wegen unrechtmäßiger Nutzung an. Die Bewohner wurden verpflichtet, das Gebäude innerhalb der gesetzlichen Frist vollständig zu verlassen und in geräumtem Zustand an den Eigentümer zu übergeben. Für den Fall der Nichtbefolgung wurde eine Zwangsräumung angedroht. Zudem wurden den Beklagten die Verfahrenskosten auferlegt.

Die Okupa-Familie wohnt seit Oktober 2022 in dem Gebäude

Das Gebäude war der Organisation zu Beginn des Ukraine-Krieges von der Regionalregierung zur Unterbringung Geflüchteter überlassen worden. Nach Angaben der Eigentümer blieb ein Teil der Bewohner jedoch auch nach Auslaufen der Vereinbarung im Objekt und verweigerte den Auszug. Die betroffene Familie lebt seit Oktober 2022 in dem Gebäude.

Amadiba plant, die Immobilie künftig für eigene soziale Zwecke zu nutzen und dort zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Nach Angaben der Organisation könnten dadurch 38 neue Plätze entstehen, was einer Ausweitung des Angebots auf Mallorca um rund zehn Prozent entspräche.

Die Verteidigung des Eigentümers kündigte an, eine vorläufige Vollstreckung des Urteils zu beantragen, um die Rückübernahme der Immobilie zu beschleunigen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass die betroffenen Bewohner Berufung beim Provinzgericht einlegen, was das Verfahren verzögern könnte. Nach Angaben von Amadiba und regionalen Behörden wurden der Familie wiederholt alternative Unterkünfte angeboten, die jedoch nicht angenommen wurden. Die Bewohner verwiesen ihrerseits auf ihre schwierige Lage und machten unter anderem Probleme mit der Versorgung im Gebäude geltend.

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