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Verdacht auf tödliches Marburg-Virus: Großeinsatz im Hafen von Palma de Mallorca

Mehr als 150 Einsatzkräfte eilten am Donnerstag zu einem Schiff der spanischen Marine, das mutmaßlich von einem Einsatz aus einem Risikogebiet zurückgekehrt war. Am Ende gab es Entwarnung.

Kein Bild aus Corona-Zeiten, sondern vom heutigen Donnerstag auf Mallorca. | Foto: T. Ayuga

| Palma de Mallorca |

Ein mutmaßlicher Ausbruch des gefährlichen Marburg-Virus hat am Donnerstagmorgen im Hafen von Palma de Mallorca einen umfangreichen Einsatz von Rettungs- und Sicherheitskräften ausgelöst. Ein Schiff der spanischen Marine sei aus einem betroffenen Gebiet eingelaufen, an Bord mehrere Personen mit entsprechenden Symptomen, dazu zwei Leichname sowie ein Hund, beschrieb die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" die Lage. Angesichts der hohen Ansteckungsgefahr durch das hochinfektiöse Virus hätten die Behörden umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Mehr als 20 Behörden und Organisationen waren demnach an dem Einsatz beteiligt, darunter Gesundheitsdienste, Katastrophenschutz, Seerettungskräfte, militärische Einheiten sowie forensische Institute. Insgesamt seien rund 150 Fachkräfte zusammengezogen worden, hieß es. Dadurch sollte eine mögliche Ausbreitung des Virus verhindert und zugleich die Sicherheit der Einsatzkräfte gewährleistet werden.

Nach dem Anlegen des Schiffs wurden die mutmaßlich Infizierten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen von Bord gebracht. Dabei kamen spezielle, vollständig verschlossene Tragen zum Einsatz, um jeglichen Kontakt mit potenziell infektiösem Material zu vermeiden. Anschließend hätte das Institut für Rechtsmedizin die Bergung der Leichname übernommen, die unter Einhaltung strenger Protokolle an Land gebracht worden seien, teilten die Behörden mit. Der verdächtige Hund an Bord sei gesondert versorgt worden.

Parallel dazu untersuchten Spezialkräfte das Schiff auf eine mögliche Kontamination. Erst nachdem keine Gefahr mehr festgestellt worden sei, habe man mit der Desinfektion begonnen und das Schiff schließlich wieder freigegeben, so das Blatt unter Berufung auf Behördenangaben. Die Entsorgung potenziell kontaminierter Materialien sei unter hohen Sicherheitsstandards erfolgt.

Koordiniert wurden die Maßnahmen über ein zentrales Krisengremium. Der balearische Generaldirektor für Notfälle, Pablo Gárriz, verwies darauf, dass Küstenregionen "besonders exponiert" seien und kontinuierliche Vorbereitung erforderten.

Für Laien war nicht ersichtlich, dass es sich nicht um einen realen Notfall handelte. Der Einsatz den Behörden zufolge Teil der groß angelegten Übung MARSEC-26, mit der die spanische Marine gemeinsam mit zivilen Stellen den Ernstfall probt. Ziel ist es, Abläufe unter äußerst realistischen Bedingungen zu testen und die Zusammenarbeit im Krisenfall zu verbessern.

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