Neun Personen sind in Palma de Mallorca nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung festgenommen worden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, stehen sieben Männer und zwei Frauen im Verdacht, an einer Massenschlägerei beteiligt gewesen zu sein. Die Festgenommenen wurden einem Richter vorgeführt und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen dauern an, weitere Festnahmen werden nicht ausgeschlossen.
Auslöser der nächtlichen Eskalation soll nach bisherigen Erkenntnissen der Diebstahl eines Mobiltelefons gewesen sein. Demnach habe eine größere Personengruppe in der Nähe des Parks Son Costa, unweit der Carrer de Aragó, eine andere Gruppe zur Rede gestellt. Sie soll darauf bestanden haben, die Taschen von mehrere Mitgliedern der Gruppe zu durchsuchen, weil sie vermuteten, dass sich in einer das verschwundene Telefon befinde.
Die Situation sei daraufhin außer Kontrolle geraten, berichtet die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" unter Berufung auf Polizeiquellen. Ein Mann aus der Gruppe der mutmaßlich Geschädigten habe demnach eine Glasflasche zerbrochen und als Waffe eingesetzt. Er soll ein Mitglied der anderen Gruppe damit attackiert und ihm erhebliche Schnittverletzungen zugefügt haben. In der Folge entwickelte sich eine Schlägerei zwischen beiden Gruppen.
Mehrere Streifenwagen der Polizei trafen vor Ort ein, nachdem ein Mann stark blutend auf der Straße gemeldet worden war. Der Mann sei mit "schweren Verletzungen" in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilten die Behörden mit.
Eine weitere Polizeistreife konnte in unmittelbarer Nähe die zweite beteiligte Gruppe stellen. Auch in dieser habe es "mehrere Verletzte" gegeben. So habe ein Mann noch vor Ort von Rettungskräften genäht werden müssen, ein anderer habe eine schwere Prellung an der Nase erlitten. Zudem sei eine blutende Ellbogenverletzung dokumentiert worden.
Nach Aufnahme der Aussagen beider Seiten und weiteren Ermittlungen nahm die Polizei insgesamt neun Tatverdächtige fest. Sie stammen laut Behörden aus Spanien, Rumänien, Marokko und Bolivien. Die Ermittlungen werden nun von der zuständigen Polizeidienststelle fortgeführt, um den genauen Ablauf der Ereignisse vollständig zu klären.