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"Bares für Rares" auf Mallorca: Kunsthistorikerin zum Gutachten auf die Insel

Die TV-Diamantenexpertin Heide Rezepa-Zabel begutachtet im Juni Kostbarkeiten im Hotel St. Regis Mardavall

Dr. Heide Rezepa-Zabel wird die Gespräche und Versteigerungen im St. Regis Mardavall Mallorca Resort moderieren. | Foto: privat

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Mallorca Magazin:Was erwartet Besitzer von Juwelen bei Ihrer Schmuckbewertung im Hotel St. Regis Mardavall?

Dr. Heide Rezepa-Zabel:Das St. Regis Mardavall bietet genau den Rahmen, den hochwertige Schmuck- und Kunstobjekte brauchen. Ruhe, Eleganz und eine gewisse Selbstverständlichkeit von Qualität. Gespräche über Schmuck funktionieren nicht zwischen Tür und Angel, sondern dort, wo Vertrauen, Konzentration und persönlicher Austausch möglich sind. Die Gäste erwartet kein klassischer Vortrag, sondern ein sehr persönlicher Abend mit Einblicken in die Welt des internationalen Kunstmarktes, insbesondere des Schmuckmarktes. Es geht um Wert, aber auch um Geschichte und die Frage, warum manche Objekte weit mehr sind als nur Luxusgegenstände. Besonders spannend wird natürlich die individuelle Begutachtung mitgebrachter Stücke.

MM:Welche besonderen Schmuckstücke erwarten Sie von den Gästen? Gibt es auf Mallorca oder in Spanien Schmuck, der in Deutschland oder der Schweiz eher selten ist?

Rezepa-Zabel:Mallorca und Spanien haben oft einen anderen Schmuckgeschmack als Mitteleuropa. Man begegnet hier häufiger opulenteren Goldarbeiten, großformatigen Farbsteinen, religiösen Schmuckformen oder auch Familienerbstücken mit stark mediterraner Prägung. Besonders interessant sind oft ältere Smaragde, Korallenschmuck, historische Diamantarbeiten oder hochwertige Uhrenschmuckstücke. Viele Objekte wurden über Generationen weitergegeben und sind nicht nur materiell, sondern emotional bedeutend. Gerade diese Verbindung aus Familiengeschichte und Substanz macht solche Stücke besonders spannend.

MM:Was macht den besonderen Reiz dieser Schmuckstücke aus?Und welche Eigenschaften machen sie weltweit so begehrt?

Rezepa-Zabel:Der Reiz liegt fast nie nur im Material. Gold und Edelsteine sind wichtig, aber wirklich begehrt werden Stücke durch ihre Seltenheit, ihre handwerkliche Qualität und ihre Geschichte. Ein außergewöhnlicher Schliff, eine seltene Provenienz oder eine besondere Entstehungszeit können den Wert entscheidend verändern. Schmuck ist immer auch ein kulturelles Dokument. Er erzählt von gesellschaftlichen Idealen, von Mode, Macht, Liebe oder Status. Genau diese Verbindung aus Ästhetik und Geschichte macht ihn weltweit so faszinierend.

MM:Welche außergewöhnlichsten oder bedeutendsten Schmuckraritäten sind Ihnen in Ihrer Laufbahn bislang begegnet?

Rezepa-Zabel:Das sind oft gar nicht die größten Diamanten, sondern die Stücke mit der stärksten Geschichte. Ein historisches Cartier-Etui kann manchmal spannender sein als ein großes Collier. Besonders faszinieren mich Objekte, bei denen sich Provenienz, Zeitgeschichte und außergewöhnliche Handwerkskunst verbinden. Einige Stücke aus adeligem Besitz oder aus prominenten Nachlässen bleiben natürlich unvergesslich, aber oft sind es gerade die stilleren Objekte, die die größte Geschichte erzählen.

MM:Kann sich auch in ganz normalen Haushalten ein verborgener Schatz finden, der zunächst unscheinbar wirkt?

Rezepa-Zabel:Absolut, und viel häufiger, als man denkt. Gerade Dinge, die seit Jahrzehnten unbeachtet in Schubladen liegen, sind oft besonders interessant. Alte Broschen, Taschenuhren, Manschettenknöpfe, Etuis oder unscheinbare Silberobjekte werden häufig unterschätzt. Wichtige Hinweise sind Punzen, alte Schliffarten, ungewöhnliche Fassungen oder einfach eine handwerkliche Qualität, die man heute selten findet. Mein Rat ist immer: lieber einmal zu viel prüfen lassen als etwas vorschnell aussortieren.

MM:Wie oft zeigt sich aus Ihrer Erfahrung bei „Bares für Rares“, dass scheinbarer „Krimskrams” aus Garage oder Keller tatsächlich wertvolle Raritäten sind?

Rezepa-Zabel:Erstaunlich oft. Natürlich ist nicht jeder Dachbodenfund ein Schatz, aber sehr viele Menschen unterschätzen, was sie besitzen. Gerade weil der emotionale Abstand fehlt, wird Wert oft übersehen. Besonders spannend ist, dass Besitzer oft nur das Material sehen, während Sammler den historischen oder gestalterischen Wert erkennen. Das macht diese Momente bei „Bares für Rares” so besonders.

MM:Welche aktuellen Trends gibt es bei Schmuck und Uhren? Und woran erkennt man beim Kauf, ob ein Stück künftig an Wert gewinnen könnte?

Rezepa-Zabel:Der Markt bewegt sich deutlich zurück zu Qualität und Substanz. Käufer reagieren heute weniger auf kurzfristige Mode, sondern suchen gezielt nach wirklich außergewöhnlichen Stücken mit bleibendem Wert. Große, gut proportionierte Diamanten, Farbsteine mit intensiver, lebendiger Farbe, mit Charakter, signierter Schmuck renommierter Häuser sowie Stücke mit dokumentierter Provenienz. Klassische Marken wie Cartier, Van Cleef & Arpels oder Bulgari gewinnen stark an Bedeutung. Bei Uhren sehen wir weiterhin eine starke Nachfrage nach ikonischen Modellen mit guter Provenienz. Designerstücke mit klarer Herkunft und dokumentierter Originalität sind ebenfalls sehr gefragt. Wertsteigerung erkennt man meist dort, wo Qualität, Seltenheit und internationale Nachfrage zusammenkommen. Mode vergeht, echte Substanz bleibt.

MM:Sind Edelsteine als Kapitalanlage besonders sicher, vielleicht sogar stabiler als Aktien?

Rezepa-Zabel:Niemand kann verlässlich in die Zukunft blicken, und auch Edelsteine sind keine Garantie für Wertsteigerung. Dennoch lässt sich sehr deutlich beobachten, dass sich insbesondere hochwertige Naturdiamanten ab etwa 3 Karat aufwärts sowie außergewöhnliche, unbehandelte Farbsteine langfristig sehr stabil und häufig deutlich aufwärts entwickeln. Gerade im Bereich großer Diamanten mit exzellenter Qualität, also hervorragendem Schliff, hoher Reinheit, guter Farbe und idealerweise mit international anerkannten Zertifikaten, sehen wir eine konstante Nachfrage auf internationalem Niveau. Noch stärker gilt das für seltene Farbsteine wie unbehandelte Burma-Rubine, Kaschmir-Saphire, kolumbianische Smaragde, besondere Turmaline und Spinelle mit außergewöhnlicher Leuchtkraft. Ein wichtiger Faktor ist dabei auch die Entwicklung bei synthetischen Diamanten. Da kleinere Standarddiamanten heute zunehmend laborgezüchtet verfügbar sind, verlagert sich das Interesse vermögender Käufer noch stärker auf wirklich seltene Natursteine mit Seltenheitscharakter. Das stärkt insbesondere den Markt für große, hochwertige Naturdiamanten. Im Unterschied zu Aktien sind Edelsteine physische Werte, mobil, international handelbar und unabhängig von vielen kurzfristigen Marktschwankungen. Sie sind daher weniger Spekulation als vielmehr ein stiller Wertspeicher. Aber man braucht Fachwissen, ohne Expertise wird aus einer vermeintlichen Anlage schnell ein teurer Irrtum.

MM:In Sachen Schmuck stehen mit Ihnen Events auf Mallorca an. Wie sind die Details?

Rezepa-Zabel:Auf Mallorca findet ein Schätzungs- und Beratungstag des Schweizer Auktionshauses Rapp im The St. Regis Mardavall statt. Dabei stehe ich mit dem Rapp-Expertenteam für kostenlose Schätzungen und persönliche Beratungen zur Verfügung. Zugleich werden ausgewählte Stücke direkt für die internationalen Auktionen entgegengenommen. Die Veranstaltungen am 17. und 18. Juni richten sich an Menschen, die konkret über einen Verkauf nachdenken. Im Fokus stehen persönliche Einschätzungen und individuelle Verkaufsberatungen, klar und realistisch am Markt orientiert. Ich selbst bin an diesen Tagen nicht vor Ort. Das Expertenteam vom Auktionshaus Rapp ist jedoch regelmäßig auf Mallorca präsent und bietet an gewissen Tagen persönliche Beratungen an. Zu beachten gilt, dass die Beratungen ausschließlich nach vorgängiger Terminvereinbarung stattfinden, damit wir uns ausreichend Zeit für jedes Gespräch nehmen können. Die Gespräche erfolgen in einem stilvollen, diskreten Rahmen, unter anderem im Castillo Hotel Son Vida (im Juni) oder im The St. Regis Mardavall Mallorca Resort. Anmeldung (info@rapp-auktionen.ch) , solange noch Plätze verfügbar sind. Gerade bei solchen persönlichen Formaten ist die Nachfrage erfahrungsgemäß sehr hoch.

Die Fragen stellte 
Dominik Sarota

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