Er kommt freundlich, weitläufig und sauber daher: Kurz vor Ende der zweiten Phase des Umbaus der Strandpromenade von Magaluf in Calvià auf Mallorca bietet sich dem Flaneur auf dem Paseo Marítimo ein zufriedenstellendes Bild. Der gepflasterte Streifen für Spaziergänger in erster Meereslinie macht einen aufgeräumten Eindruck und einige Menschen laufen die Urlaubermeile an einem Aprilnachmittag bereits ab. Die renovierte Strecke ist ein Sinnbild für den Qualitätswandel in der vor allem bei Briten beliebten Gegend.
"Wir erleben in Magaluf eine neue Realität", hatte der Vorstandsvorsitzende der Hotelkette Meliá, Gabriel Escarrer, nach dem Abschluss der ersten Phase der Umbauarbeiten an der Strandpromenade im zurückliegenden Juni gesagt. "Weil es keine Balconing-Fälle mehr gibt oder Sauftourismus, sind wir nicht mehr das Zentrum der sensationsgeilen Presse. Wir arbeiten an einer Umgestaltung dieses Ortes."
Hier, gegenüber einer Decathlon-Filiale, hat die Deutsche Ramona Hanke ihr kulinarisches Reich: Unter dem Namen "Ramona's" bewirtet die Auswanderin seit eineinhalb Jahren in erster Linie Bundesbürger. Sie sagt: "Ich merke keinen Unterschied zur Zeit vor dem Umbau der Strandpromenade. Schlimm ist, dass das gesamte Urlaubsangebot in Magaluf all-inclusive ist, sodass die Leute nur spazieren, aber nichts essen." Gleichzeitig merkt Hanke wohl, dass die Gemeindeverwaltung durch Bauarbeiten ständig Verbesserungen in der Gegend vornehmen will.
In der ersten Phase der Reform des Paseo Marítimo, der in diesem Zuge nach dem Gründer von Melià, Gabriel Escarrer Juliá, umbenannt wurde, schaffte man unter anderem eine natürliche Umgebung mit optisch unauffälligen Dünen und pflanzte man 48 Palmen und trockenheitsresistente Pflanzen, die in kleinen Oasen gruppiert sind. Im Rahmen der zweiten Phase, die bis 30. April abgeschlossen sein soll, wird die Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit der Promenade verbessert. Außerdem wurden neue Duschen und ein Klettergerüst installiert. Auf mittlerer Höhe der rund 1,8 Kilometer langen Strecke stehen indes noch Baumaschinen und -material hinter Zäunen, um die letzten Arbeiten auszuführen.