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Abseits der Touristenströme: Radroute erschließt Mallorcas ländlichen Osten

Die beliebte Badebucht Cala Millor fungiert als Ausgangs- und Endstation. Dazwischen gibt es aber einiges zu beachten.

Malerischer Zwischenstopp: Die Ortschaft Artà. | Foto: Assumpta Bassa

| Palma de Mallorca |

Ehe die sommerliche Hitze auch die Hartgesottenen vom Sattel treibt, nutzen dieser Tage Hobby-Radsportler Mallorca für ausgedehnte Touren. Unter auswärtigen Fahrer noch eine Art Geheimtipp: Eine rund 60 Kilometer lange Tour, die den Osten der Insel erschließt und sich vor allem an erfahrene Biker richtet.

Die Strecke führt durch laut Kennern der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Gebirgszügen, Feldwegen und pittoresken Ortschaften wie Son Servera, Artà und Sant Llorenç. Nach offiziellen Angaben misst die Route zwar knapp 44 Kilometer, kann jedoch durch Varianten deutlich verlängert werden.

Der Rundkurs beginnt und endet in der Cala Millor, was die Organisation erleichtert. Von dort verläuft die Strecke zunächst über Nebenstraßen Richtung Son Servera und weiter ins Hinterland. Besonders anspruchsvoll ist demnach der Abschnitt auf der sogenannten Carretera dels rentadors in Richtung Artà, der durch steile Anstiege und enge Kurven geprägt ist und entsprechende Kondition sowie Fahrtechnik erfordert. Anfänger seien somit gewarnt.

Hinter Artà öffnet sich der Blick auf markante Landschaftspunkte wie den Morro den Farrutx. Der Ort selbst bietet sich für eine Pause an – sowohl wegen seiner zentralen Plaza als auch aufgrund historischer Sehenswürdigkeiten. Im weiteren Verlauf führt die Route über den Camí de Carrossa in Richtung Sant Llorenç. Dort ist der Straßenbelag stellenweise in schlechtem Zustand, weshalb erhöhte Vorsicht empfohlen wird, wissen die Radexperten aus der Redaktion zu berichten.

Nach der Durchquerung von Sant Llorenç windet sich die Strecke über kleinere Wege und landwirtschaftlich geprägte Flächen zurück in Richtung Küste. Stationen wie Son Carrió und traditionelle Anwesen – sogenannte Possessions – säumen den Weg. Schließlich schließt sich der Kreis über Sa Torre Nova zurück nach Cala Millor.

Die Strecke kombiniert flache Abschnitte mit teils deutlichen Steigungen, insbesondere im bergigen Umfeld von Artà. Während die Hauptstraßen meist gut ausgebaut sind, weisen einige ländliche Passagen deutliche Mängel auf. Empfohlen werden daher robuste Rennräder oder Gravelbikes. Zwar gilt die Beschilderung als ausreichend, dennoch raten Fachleute zur Nutzung von GPS-Geräten, um unbeabsichtigte Extrarunden zu vermeiden.

Neben sportlichen Aspekten bietet die Route auch kulturelle und kulinarische Besonderheiten. In Artà etwa prägen gepflasterte Gassen und historische Bauten das Ortsbild, während sich in den Restaurants regionale Spezialitäten wie Sobrasada, Pa amb Oli oder Ensaimadas probieren lassen. Auch Sant Llorenç vermittelt mit seiner Kirche und seinem dörflichen Charakter ein typisches Bild des mallorquinischen Hinterlands.

Für die Durchführung der Tour wird geraten, die heißen Sommermonate zu meiden oder zumindest die kühleren Tageszeiten zu nutzen. Temperaturen von über 30 Grad sind zwischen Juli und September keine Seltenheit. Als ideale Reisezeit gelten die Monate von Oktober bis Mai. Ausreichend Wasser, Verpflegung sowie Flickzeug sind unerlässlich, da Versorgungsmöglichkeiten entlang der Strecke begrenzt sind.

Mallorca hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Ziele für Radsport in Europa gemausert. Die Kombination aus mildem Klima, vielfältiger Topografie und einem dichten Netz verkehrsarmer Straßen zieht sowohl Freizeitsportler als auch Profiteams an. Während die Serra de Tramuntana im Westen anspruchsvolle Gebirgstouren bietet, gilt der Osten der Insel als weniger extrem, aber dennoch abwechslungsreich.

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