Die Regierung der Balearen, zu denen Mallorca gehört, und die Inselräte von dessen Nachbarinseln haben sich am vergangenen Donnerstag auf der Präsidentenkonferenz in Formentera darauf geeinigt, Möglichkeiten zu prüfen, wie Anwohnern beim Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln Vorrang eingeräumt werden kann. Dies gab die Balearen-Präsidentin Marga Prohens auf der Pressekonferenz im Anschluss an das Treffen mit den Verantwortlichen der Inseln bekannt. Konkret sollen "rechtlich tragfähige Lösungen gefunden werden, um den Zugang der Einwohner" zu Linien und Taktfrequenzen zu gewährleisten, bei denen derzeit Probleme bestehen. Eine Idee, an der derzeit gearbeitet wird, ist die Einrichtung von Buslinien, die ausschließlich für Einwohner bestimmt sind.
Prohens räumte ein, dass die Regierung "bestimmte Linien und Fahrten mit besonders hohem Fahrgastaufkommen in der Hochsaison" festgestellt habe und dass dies "Unannehmlichkeiten für die Einwohner" verursache. Obwohl die Präsidentin allgemein vom öffentlichen Nahverkehr sprach, weist die Regierung darauf hin, dass die Probleme auf Mallorca am deutlichsten bei den Überlandbussen des TIB-Netzes zu spüren sind.
Vorgeschichte
Die Überlastung der TIB-Busse war insbesondere in den letzten Wochen Gegenstand häufiger Kritik seitens der Opposition. Vor einigen Monaten stimmte die Volkspartei PP im Parlament gegen einen Vorschlag der Links-Regionalisten Més, der vorsah, auf den am stärksten frequentierten Linien Dienste ausschließlich für Nutzer der "Intermodal"-Zeitfahrkarte einzuführen oder alternativ ein Reservierungssystem zu Stoßzeiten einzurichten. Die Präsidentin räumte ein, dass solche Maßnahmen rechtlich komplex sein können (die Rechtsprechung geht sehr vorsichtig mit allem um, was als Diskriminierung aufgrund der Herkunft angesehen werden könnte), betonte jedoch ihren Willen, den Bürgern der Inseln bei öffentlichen Dienstleistungen Vorrang einzuräumen.
Abgesehen von den sozialen Schutzmaßnahmen angesichts des Iran-Kriegs war der öffentliche Nahverkehr eines der Hauptthemen des Treffen der Präsidenten. Prohens betonte, dass die Regierung 150 Millionen Euro in den Ausbau der Linien und Taktfrequenzen des TIB-Busses auf Mallorca investiert habe, diese Finanzspritze jedoch nicht ausreiche. "Wir planen und verstärken bereits bestimmte Taktfrequenzen, nun müssen wir sehen, wie wir weiter vorankommen", betonte sie.