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Mutmaßlicher Axtmörder soll Schweizerin auf Mallorca eiskalt getötet haben – lebenslange Haft droht

Portugiese vor Gericht: Prozessbeginn nach tödlicher Attacke 2024 auf eine Schweizer Seniorin in Colònia de Sant Jordi

Der wegen des Mordes an seiner Ex-Schwiegermutter in Colònia de Sant Jordi angeklagte Mann an diesem Freitag während des Geschworenenprozesses im Gericht von Palma. | Foto: Alejandro Sepúlveda

| | Mallorca |

Mallorca blickt auf einen Prozess, der selbst erfahrene Ermittler erschüttert hat: Vor dem Landgericht Palma hat am Freitag das Schwurgerichtsverfahren gegen einen 47-jährigen Portugiesen begonnen, dem vorgeworfen wird, seine ehemalige Schwiegermutter in Colònia de Sant Jordi brutal zu Tode getreten zu haben. Wie die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung Ultima Hora berichtete beantragt die Staatsanwaltschaft 20 Jahre Haft wegen Mordes, die Verteidigung plädiert auf Freispruch.

Nach Auffassung der Nebenklage fügte der Täter der in ihrer Mobilität eingeschränkten und mehrfach vorerkrankten Frau "unnötiges Leid" zu. Die Schweizerin war nach Angaben der Anwältin gesundheitlich stark beeinträchtigt. Die Staatsanwaltschaft fordert darüber hinaus eine Entschädigung von 150.000 Euro für die Erben des Opfers, während die Nebenklage für die Tochter der Getöteten 300.000 Euro Schmerzensgeld verlangt.

Der Angeklagte lebte mit seiner Ex-Frau und deren Mutter

Die Tat ereignete sich laut Anklage am 25. September 2024 gegen 19.30 Uhr auf einem Landhausgrundstück am Rand von Colònia de Sant Jordi, wo der Angeklagte gemeinsam mit seiner Ex-Frau und deren Mutter lebte. Nach den bisherigen Ermittlungen soll der Mann in der Küche bemerkt haben, dass sich kein Bier mehr im Kühlschrank befand. Als die Seniorin kurze Zeit später allein zum Haus zurückkehrte, habe er sie auf der Veranda abgefangen und zur Rede gestellt.

Im Verlauf der Auseinandersetzung soll der Angeklagte die Frau zu Boden gestoßen und anschließend in der Garage des Hauses über mindestens 15 Minuten hinweg mit zahlreichen Tritten gegen den Kopf attackiert haben. Die Schreie des Opfers alarmierten Nachbarn, die umgehend die Ortspolizei von Ses Salines verständigten.

Als die Beamten am Tatort eintrafen, fanden sie die Frau bereits tot vor. Laut Ermittlern wies das Opfer schwere Gesichtsfrakturen und zahlreiche Prellungen auf, an deren Folgen sie starb. Spezialisten der Guardia Civil sicherten anschließend Spuren am Tatort. Der Beschuldigte wurde später in Manacor dem Haftrichter vorgeführt. Die zuständige Untersuchungsrichterin ordnete Untersuchungshaft an.

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