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Gewalt am Intermodalbahnhof Palma de Mallorca– Sicherheitsbeamter setzt Pfefferspray nach brutaler Attacke ein

Nach einem Angriff auf der Rolltreppe setzte der Security-Mann zur Verteidigung Abwehrspray ein, bis die Polizei eingriff

Eine Überwachungskamera hielt den Vorfall im unterirdischen Kopfbahnhof in Palma fest. | Foto: UH

| | Mallorca |

Am Intermodalbahnhof von Palma an der Plaça d’Espanya auf Mallorca hat sich ein gewalttätiger Zwischenfall ereignet, bei dem ein Sicherheitsbeamter von einem obdachlosen Mann angegriffen wurde und sich eigenen Angaben zufolge mit Pfefferspray verteidigen musste. Wie das spanische Lokalblatt Ultima Hora berichtete, ereignete sich der Vorfall am vergangenen Dienstag. Er begann, als der Sicherheitsmitarbeiter Miguel Sánchez den mutmaßlichen Täter aufforderte, eine Bank im Bereich des Busbahnsteigs zu verlassen, auf der dieser offenbar geschlafen hatte. "Ich sah ihn auf einer Bank schlafen, es war jemand, den wir Sicherheitskräfte kennen, ein junger Mann. Zuerst weckte ich ihn und ließ ihn ein paar Minuten in Ruhe. Aber als ich zurückkam, wollte er immer noch nicht gehen", schilderte Sánchez die Situation.

Die Auseinandersetzung eskalierte, als beide das Gebäude verließen und sich auf der Rolltreppe befanden. Dort, so der Sicherheitsbeamte, sei er erstmals von hinten durch den Verdächtigen angegriffen worden. Die Policía Nacional wertete die Überwachungsvideos aus, die den gesamten Ablauf dokumentieren. Demnach kam es im oberen Bereich des Bahnhofs zu einem weiteren Schlag gegen den Mitarbeiter.

Der Security-Mann war selbst früher obdachlos

"Er versetzte mir erneut einen Schlag in den Rücken. Ich musste mich schützen und meinen Kollegen rufen. Da er nicht aufhörte, setzte ich mein Pfefferspray ein", so Sánchez weiter. Gemeinsam mit einem Kollegen gelang es ihm anschließend, den Mann bis zum Eintreffen der Ordnungshüter festzuhalten. Diese nahm den Verdächtigen wegen des Verdachts auf Körperverletzung fest.

Besonders bemerkenswert ist die persönliche Geschichte des Sicherheitsbeamten: Miguel Sánchez war selbst sieben Jahre lang obdachlos. Er betont daher, er wisse sehr genau, "wie es ist, eine schwere Zeit durchzumachen", und versuche grundsätzlich, Menschen ohne Unterkunft mit Respekt zu begegnen. Trotz des Angriffs äußerte er die Hoffnung, dass auch sein Angreifer irgendwann einen Weg aus seiner Situation finden könne.

Bereits einige Tage vor dem Vorfall soll es laut Sánchez zu einem weiteren Zwischenfall mit demselben Mann gekommen sein. Dieser habe demnach im Busbahnhof einem wartenden Passanten ein hochwertiges Mobiltelefon entwendet. Abschließend forderte der Sicherheitsbeamte eine verstärkte Polizeipräsenz im Bereich des Intermodalbahnhofs und der umliegenden Umgebung. Das Sicherheitsniveau müsse seiner Ansicht nach "auf das Niveau der Plaça d’Espanya" angehoben werden. Zwar sei ihm das Risiko seines Berufs bewusst, dennoch sehe er dringenden Handlungsbedarf, um die Sicherheit von Beschäftigten und Reisenden zu gewährleisten.

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