Ein Mitglied der Hells Angels ist in Palma de Mallorca von der Guardia Civil festgenommen worden, nachdem er einen Mann bedroht hatte, damit dieser 300.000 Euro an einen ehemaligen Geschäftspartner zahlt. Die Beamten nahmen zudem den ehemaligen Arbeitskollegen des Opfers, der eine Immobilienagentur in Santa Ponça betreibt, sowie eine weitere Person fest, die mit der Organisation in Verbindung steht. Der ehemalige Geschäftspartner des Geschädigten soll den Hells Angel kontaktiert haben, damit dieser das Geld erpresst.
Der Immobilienunternehmer, ein Mann deutscher Staatsangehörigkeit, erstattete am 19. Mai Anzeige und gab an, dass einer seiner ehemaligen Partner seit Monaten Geld von ihm als Zahlung für seinen Gesellschaftsanteil forderte.
Nachdem mehrere Monate lang keine Einigung erzielt worden war, erhielt er vor etwa zwei Wochen einen Anruf von einem Hells Angel über eine deutsche Telefonnummer, der erklärte, er plane, am 19. Mai nach Mallorca zu reisen, und sie müssten sich treffen, um ihm 300.000 Euro zu übergeben. Der Mann drohte ihm und sagte, er müsse zu dem Treffen erscheinen, wenn er keine Probleme mit den „Engeln der Hölle“ haben wolle.
Am vergangenen Montag erhielt das Opfer einen weiteren Anruf von derselben Person, die ihn daran erinnerte, dass sie sich am nächsten Tag treffen müssten. Der deutsche Unternehmer weigerte sich, zu dem Treffen zu erscheinen, und teilte mit, er sei sehr beschäftigt und für etwaige Forderungen solle man sich an seinen Anwalt wenden.
Wie Quellen der Guardia Civil mitteilten, habe der Mann darauf bestanden, dass er ihm 30 Minuten seiner Zeit widmen und die 300.000 Euro zahlen müsse, andernfalls müsse er mit Konsequenzen rechnen. Aus Angst, sein ehemaliger Geschäftspartner könnte sich an die „Höllenengel“ gewandt haben, um ihn zu erpressen, beschloss der Beschwerdeführer, bei der Guardia Civil in Calvià Anzeige zu erstatten.
Kontakt zu deutschen Polizeibeamten aufgenommen
Die Beamten leiteten Ermittlungen ein. Sie der Guardia Civil nahmen Kontakt zu deutschen Polizeibeamten auf, die auf Ermittlungen im Zusammenhang mit den Hells Angels spezialisiert sind, und stellten fest, dass der Mann, der das Opfer angerufen hatte, der Organisation angehörte.
Der deutsche Unternehmer beschloss, sich mit dem Hell’s Angel zu treffen, um ihm zu erklären, dass er nicht bereit sei, die geforderte Zahlung zu leisten, und ihm mitzuteilen, dass er bei der Guardia Civil Anzeige erstattet habe. Sein ehemaliger Geschäftspartner gratulierte ihm zu seiner Entscheidung, sich zu treffen und zu versuchen, die angeblichen Probleme zu lösen.
Am vergangenen 19. Mai gegen 19.35 Uhr richteten die Beamten eine Kontrollstelle nehe einem Supermarkt im Stadtteil Nou Llevant ein und stellten fest, dass der ehemalige Geschäftspartner des Anzeigeerstatters in einem Range Rover Sport zusammen mit zwei kräftigen, tätowierten Männern vorfuhr.
Die Beamten der Guardia Civil nahmen die drei Männer, Deutsche im Alter von 33, 36 und 63 Jahren, als mutmaßliche Täter einer Drohung fest. Die Beamten beschlagnahmten beim „Engel der Hölle“ 2310 Euro und bei dem anderen Mann 3250 Euro.