Eine raffinierte Betrügerbande hat auf Mallorca mit gefälschten Ferienhaus-Angeboten mindestens 18.000 Euro erbeutet. Jetzt hat die spanische Nationalpolizei dem Treiben ein Ende gesetzt: Drei Männer und eine Frau wurden festgenommen. Den Verdächtigen – spanischer und kolumbianischer Herkunft – werden unter anderem Betrug, Geldwäsche, Urkundenfälschung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.
Die Ermittlungen der auf Wirtschafts- und Internetkriminalität spezialisierten Einheit der Policía Nacional begannen bereits Ende Dezember. Unter dem Namen "Operation Zemtrun" kamen die Beamten den mutmaßlichen Tätern schließlich auf die Spur.
Die Masche der Betrüger war ebenso simpel wie perfide: Über Online-Portale suchten sie nach Ferienhäusern auf Mallorca und mieteten diese für wenige Tage mit falschen Personalien an. Während ihres kurzen Aufenthalts fotografierten sie die Immobilien sorgfältig – allerdings erst, nachdem alle persönlichen oder identifizierenden Gegenstände entfernt worden waren. Anschließend stellten sie die Bilder selbst ins Netz und gaben sich gegenüber Interessenten als Eigentümer der Häuser aus.
Vor allem die angespannte Wohnungssituation auf der Insel spielte den Tätern in die Hände. Wohnungssuchende nahmen Kontakt mit den vermeintlichen Vermietern auf und wurden zu unverbindlichen Besichtigungen eingeladen. So gewannen die Betrüger schnell das Vertrauen ihrer Opfer.
Die angeblichen Eigentümer erklärten meist, sie befänden sich aus beruflichen Gründen außerhalb Mallorcas. Die Besichtigung werde deshalb von einer Tochter oder einer anderen Vertrauensperson durchgeführt. Für die Interessenten wirkte alles seriös: Sie erhielten die genaue Adresse, wurden telefonisch oder per WhatsApp begleitet und konnten die Immobilie ohne Probleme besichtigen.
Zeigten die Interessenten anschließend konkretes Interesse, forderten die Täter hohe Vorauszahlungen – in der Regel zwei Monatsmieten Kaution plus die erste Monatsmiete. In einem Fall überwies ein Opfer sogar 7.500 Euro.
Beschuldigte verschickten sogar Mietverträge
Um den Betrug perfekt erscheinen zu lassen, verschickten die Beschuldigten anschließend Mietverträge und vermittelten damit den Eindruck eines legalen Geschäfts. Doch je näher der vereinbarte Einzugstermin rückte, desto stiller wurde es: Die angeblichen Vermieter reagierten plötzlich weder auf Anrufe noch auf Nachrichten. Die Schlüsselübergabe fand nie statt.
In einem besonders dreisten Fall wollte ein Interessent das Geld erst nach der Besichtigung in bar übergeben. Tatsächlich erhielt er sogar die Schlüssel zur Unterkunft – bemerkte jedoch wenig später, dass es sich bei dem Objekt lediglich um eine kurzfristig angemietete Ferienwohnung handelte und er Opfer eines ausgeklügelten Betrugs geworden war.