Für viele Einwohner Mallorcas gilt Cala Agulla bis heute als einer der letzten Orte auf der Insel, an denen die Schönheit der Natur, die Ruhe des Meeres und das ursprüngliche Gefühl des Mittelmeers noch spürbar sind. Um so größer ist nun die Empörung über Szenen, die sich dort nach Angaben einer Insulanerin zuletzt abgespielt haben sollen und die sie als Sinnbild für die zunehmenden Auswüchse des Partytourismus auf Mallorca beschreibt. Darüber berichtete die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung Ultima Hora.
In einem Post auf Social Media schildert die Mallorquinerin, wie sich der bekannte Strandabschnitt zeitweise in eine regelrechte Feierzone verwandelt habe. Mehrere Gruppen von Junggesellen- und Junggesellinnenabschieden — überwiegend britische und deutsche Touristen — sollen trotz bestehender Verbote offen Alkohol konsumiert, laute Musik abgespielt und sich in teils stark alkoholisiertem Zustand verhalten haben. Besonders verstörend sei gewesen, dass selbst im Wasser aus Bierdosen und Flaschen getrunken wurde, während ringsum Familien und andere Besucher versuchten, einen friedlichen Tag am Meer zu verbringen.
Alkohol, Müll und Chaos noch vor Saisonbeginn am Traumstrand
Für viele Anwesende sei die Atmosphäre zunehmend belastend geworden. Wo normalerweise das Rauschen des Meeres und die Ruhe der Natur dominieren, hätten lautstarke Feiern, gröhlende Gruppen und offensichtliche Trunkenheit das Bild geprägt. Zurück blieb laut der Bewohnerin nicht nur Verärgerung, sondern auch ein Strand voller Müll — leere Dosen, Flaschen und Abfälle mitten in einem sensiblen Naturgebiet, das für viele Mallorquiner von besonderer Bedeutung ist.
Der Anblick habe sie tief getroffen. Sie spricht von einem "absolut entwürdigenden" Zustand und warnt davor, dass sich solche Szenen auf Mallorca immer häufiger wiederholen. "Als Einwohnerin und Liebhaberin dieser Insel ist es für mich unverständlich und zutiefst frustrierend zu sehen, wie solche Verhaltensweisen offenbar normalisiert oder toleriert werden", schreibt sie.
Um ihre Aussagen zu untermauern, dokumentierte sie die Vorfälle mit vielen Fotos. Doch selbst diese könnten das tatsächliche Ausmaß kaum wiedergeben. Die Realität sei weitaus extremer gewesen, erklärt sie. Mit ihrem öffentlichen Appell fordert die Spanierin nun mehr Kontrollen und ein entschiedenes Eingreifen der Behörden, bevor Orte wie Cala Agulla endgültig ihren Charakter verlieren.
Für viele Einheimische steht der Vorfall inzwischen sinnbildlich für eine Entwicklung, die auf Mallorca immer mehr Menschen Sorgen bereitet: die schleichende Verwandlung geschützter Naturorte in Kulissen hemmungsloser Feierexzesse — auf Kosten der Insel, ihrer Bewohner und ihrer Natur.