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DROGENBARONIN

Mallorcas Pablo Escobar ist weiblich: "La Paca" kommt als Kinofilm auf die Leinwand

Wegen des 1993 ermordeten kolumbianischen Drogenchefs pilgern Jahr für Jahr Hunderttausende nach Medellín. Nun bleibt abzuwarten, ob das nicht weniger ereignisreiche Leben seines mallorquinischen Pendants die Kinokassen klingeln lassen wird.

Lolita Flores (l.) und Asia Ortega bei den Dreharbeiten auf Mallorca. | Foto: P. Bota

| | Palma de Malloca |

Kolumbien hat seinen Pablo Escobar, Mallorca muss sich mit La Paca zufriedengeben. Die wohl berüchtigtste Drogenbaronin der Balearen steht nun im Mittelpunkt eines Kinofilms: "Mallorca confidencial" des spanischen Regisseurs David Ilundain kommt am 29. Mai in die Kinos. Bereits am an diesem Dienstag findet im Auditori de Peguera eine Vorpremiere mit Teilen des Schauspiel- und Produktionsteams statt.

Der Film orientiert sich lose am Leben von Francisca Cortés Picazo, besser bekannt als La Paca. Über Jahrzehnte galt sie als Matriarchin des Drogenmilieus auf den Balearen. Ihr Name war untrennbar mit dem Problemviertel Son Banya am Rand von Palma verbunden, das sich unter ihrer Herrschaft zum wichtigsten Umschlagplatz für Heroin und Kokain auf Mallorca entwickelte. In der Verfilmung trägt die Hauptfigur den Namen La Chusa – gespielt von Lolita Flores, einer der bekanntesten Schauspielerinnen Spaniens.

Neben Flores gehören unter anderem Asia Ortega, Elena Furiase und Jordi Sánchez zur Besetzung, allesamt bekannte Gesichter. Gedreht wurde weitgehend auf Mallorca. Produziert wurde der Film von der mallorquinischen Firma Cinètica gemeinsam mit Inicia Films, dem spanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen RTVE und Movistar Plus. Zuvor war "Mallorca confidencial" bereits beim Filmfestival von Málaga gezeigt worden.

Regisseur David Ilundain ist in Spanien vor allem durch den Politfilm "B“ bekannt geworden, der sich mit dem Korruptionsskandal um den ehemaligen Schatzmeister der konservativen Volkspartei, Luis Bárcenas, beschäftigte. Mit "Mallorca confidencial" widmet sich Ilundain nun einem der spektakulärsten Kriminalfälle der jüngeren Balearen-Geschichte.

Die echte La Paca baute nach Erkenntnissen der spanischen Ermittlungsbehörden über Jahre ein weit verzweigtes Drogennetzwerk auf. Obwohl sie Analphabetin gewesen sein soll, galt sie als außerordentlich geschäftstüchtig. Bei Ermittlungen seien auf ihrem Anwesen zeitweise mehr als vier Millionen Euro Bargeld entdeckt worden. Zudem soll ihr Clan über Jahre Kontakte zu korrupten Polizeibeamten unterhalten haben, die Informationen weitergegeben oder Ermittlungen behindert haben sollen.

Der Niedergang ihres Imperiums begann mit mehreren Verurteilungen wegen Drogenhandels, Geldwäsche und Freiheitsberaubung. Große Teile ihres Erwachsenenlebens verbrachte La Paca im Gefängnis. Spanische Medien, darunter die MM-Schwesterzeitung"Ultima Hora", berichteten zuletzt über eine unerwartete Wandlung der heute über 70-Jährigen: Gemeinsam mit ihrem Sohn El Ico tritt sie inzwischen in sozialen Netzwerken wie TikTok auf und inszeniert sich dort als harmlose Vorzeige-Großmutter – fern von ihrem Image der gefürchteten Clanchefin, das ihren Namen jahrzehntelang geprägt hatte.

Regisseur und Produzenten verweisen darauf, dass es sich "nicht um eine dokumentarische Aufarbeitung" handle, sondern um eine freie Adaption realer Ereignisse.

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