Der Vizepräsident des Inselrats, Pedro Bestard (Vox), steht wegen der Nutzung von Dienstwagen in der Kritik. Es geht um zwei Fahrzeuge der Inselverwaltung – einen Subaru und einen Dacia –, die offenbar auch privat genutzt wurden. Beide Autos waren dabei ohne die vorgeschriebene Kennzeichnung unterwegs, die sie eigentlich als offizielle Fahrzeuge ausweisen müsste.
Recherchen der spanischsprachigen MM-Schwesterzeitung Ultima Hora zeigen: Die Wagen wurden mehrfach nachts vor Bestards Wohnhaus abgestellt. Besonders auffällig ist, dass eines der Autos schon seit mindestens einem Jahr regelmäßig dort gesehen wurde. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Fahrzeuge nicht nur für dienstliche Termine genutzt werden.
Ein konkreter Fall verstärkt diesen Verdacht: Bestard ließ sein eigenes Auto mehrere Tage auf einem Behördenparkplatz in Palma stehen und nutzte stattdessen den Dienstwagen – unter anderem für einen Parteitermin von Vox (Rechtspopulisten). Beobachtungen legen nahe, dass dies kein Einzelfall war.
Autos dürfen nur für dienstliche Zwecke der Behörde genutzt werden
Grundsätzlich dürfen solche Fahrzeuge nur für dienstliche Zwecke eingesetzt werden, etwa für offizielle Termine. Zwar ist es in Ausnahmefällen erlaubt, einen Wagen über Nacht mitzunehmen, doch eine dauerhafte Nutzung wie ein Privatfahrzeug gilt als unzulässig. Gleichzeitig gibt es Beschwerden aus der Verwaltung, dass es zu wenige Fahrzeuge für Mitarbeiter gibt.
Bestard selbst weist alle Vorwürfe zurück. Er betont, die Autos ausschließlich dienstlich zu nutzen. Ob es sich tatsächlich um eine erlaubte Praxis handelt oder um einen Missbrauch öffentlicher Mittel, dürfte nun weiter geprüft werden.