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Wasser von Brunnen vor Franco-Denkmal in Palma de Mallorca blutrot gefärbt

Vor einer Demonstration von Rechtsextremisten wurde der Monolith zu Ehren der Besatzung des Franco-Kriegschiffs "Baleares" zudem mit Graffiti beschmiert

So sah das Wasserbecken vor dem Denkmal am Sonntag aus. | Foto: Ultima Hora

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Das Denkmal von Sa Feixina und dessen Umgebung in Palma de Mlalorca ist an diesem Sonntag vandalisiert aufgefunden worden: Das Wasser des Brunnens war rot gefärbt, und auf dem Monolithen waren antifranquistische Graffiti zu sehen. „Nie wieder Rassismus, Faschismus weder jetzt noch jemals“, lautet die Aufschrift auf den Graffiti, die zu den Farbflecken hinzukommen, die bereits in dieser Woche aufgetaucht waren.

Die rote Farbe des Wassers könnte für das Blut stehen, das während der „Desbandá“ vergossen wurde, dem Angriff des unter der Kontrolle der aufständischen Nationalisten befindlichen Kreuzers „Baleares“ auf die Zivilbevölkerung in Málaga während des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939). Die "Baleares" war am 6. März 1938 während der Schlacht von Cabo de Palos versenkt worden. Das Schiff wurde von republikanischen Zerstörern torpediert, woraufhin es sank. Bei dem Untergang kamen fast 800 Seeleute ums Leben, an die das Denkmal von Palma erinnert.

Demo von Rechtsextremisten

Die Graffiti sind kurz vor einer von Rechtsextremen organisierten Kundgebung zur Verteidigung des Denkmals aufgetaucht. Nur 18 Personen nahmen an dem Protest teil, bei dem es in Erwartung möglicher Zwischenfälle eine starke Polizeipräsenz gab. Tatsächlich hatten sich die Organisatoren der Kundgebung neben dem verwüsteten Denkmal aufgestellt.

Das Denkmal von Sa Feixina ist derzeit Gegenstand eines Rechtsstreits zwischen der linken Zentralregierung in Madrid und der konservativen Stadtverwaltung von Palma. Das Ministerium für Territorialpolitik und Demokratisches Gedächtnis hat seine Entfernung angeordnet, da es der Ansicht ist, dass der 1948 zu Ehren des Kreuzers von dem inzwischen zum Diktator aufgestiegenen Francisco Franco errichtete Monolith trotz der Entfernung aller einschlägigen Symbole im Jahr 2010 unter der sozialistischen Bürgermeisterin Aina Calvo weiterhin den Charakter einer Verherrlichung des 1975 zuende gegangenen Regimes habe.

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