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Schuldig! Spanischer Briefbomben-Rentner muss 18 Jahre in den Knast

Ein älterer Mann wollte in Spanien ein Ende der Militärhilfe für die Ukraine erreichen. Dafür setzte er Mittel ein, die ihn nun hinter Gitter bringen

Ein Polizeieinsatz in Madrid. | Reuters

| Mallorca/Madrid | |

Ein Rentner ist in Spanien wegen der Sendung mehrerer Briefbomben unter anderem an Ministerpräsident Pedro Sánchez und an die Botschaft der USA zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Der 76 Jahre alte Spanier sei des Terrorismus und der Herstellung und Verwendung von Sprengkörpern zu terroristischen Zwecken für schuldig befunden worden, teilte der Staatsgerichtshof in Madrid mit.

Der Angeklagte habe nach Ansicht der Richter mit dem Ziel gehandelt, "die spanische Gesellschaft in Aufruhr zu versetzen und Druck auszuüben, damit die Regierungen Spaniens und der Vereinigten Staaten (...) die Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland einstellen", hieß es in der Mitteilung.

Der Rentner handelte allein

Die Briefbomben-Serie hatte Spanien im November 2022 für großes Aufsehen gesorgt. Die Sendungen waren unter anderem an Sánchez sowie an die Botschaften der USA und der Ukraine verschickt worden. Der Beschuldigte war zwei Monate später in Miranda de Ebro rund 300 Kilometer nördlich von Madrid festgenommen worden. Den Erkenntnissen der Justiz zufolge gehörte er keiner terroristischen Bande oder organisierten Gruppe an, sondern handelte allein.

Wie Medien seinerzeit unter Berufung auf die Polizei berichteten, enthielten die sechs Sendungen selbst gebastelte Mechanismen mit einer relativ geringen Menge an pyrotechnischem Material und mit kleinen Metallkugeln. Nur eine Sendung explodierte. Ein Mitarbeiter der ukrainischen Botschaft wurde dabei an der Hand verletzt.

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