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FUSSBALL

In diesem Luxushotel auf Mallorca kommt der FC St. Pauli unter

Die Fußballer sind zum Trainieren auf die Insel gekommen und haben dafür bereits viel Kritik in Deutschland geerntet

Der linke Fußballverein aus Hamburg, FC St. Pauli, trainiert aktuell auf Mallorca und kommt im Luxushotel Steigenberger in Camp de Mar unter. | Archiv

| Camp de Mar, Mallorca | |

Der Zweitligaverein FC St. Pauli ist zum Trainieren auf Mallorca angekommen. Wie MM exklusiv erfahren hat, kommt der "Arbeiterverein" in einem der teuersten Luxushotels auf der Insel unter: dem Steigenberger Hotel & Resort in Camp de Mar. Die exklusive Adresse im Südwesten der Insel hat fünf Sterne und beherbergt insgesamt 45 Personen des Fußball-Zweiligisten, darunter Trainer, Spieler und Betreuer.

Die Preise pro Übernachtung und Person schwanken aktuell zwischen 176 und 244 Euro. In welcher Kategorie sich der Hamburger Zweitligist eingebucht hat, ist nicht bekannt. Das Steigenberger ist als Adresse für solvente Gäste auf Mallorca bekannt. Deutsche Prominente, Unternehmer und Politiker nutzen das Luxushotel, das nur wenige Meter vom Meer sowie dem Golfplatz von Andratx entfernt liegt. Es hat einen große Poollandschaft, mehrere Restaurants sowie einen Spa- und Sportbereich. Man habe ein gutes Hotel gefunden, hatte der St. Pauli-Trainer in der vergangenen Woche gesagt.

Für das Training hat sich der Hamburger Club bei Real Mallorca eingemietet. Dafür werden die Spieler täglich in eine Richtung knapp 34 Kilometer fahren müssen. Denn das Basislager des mallorquinischen Vereins liegt vor den Toren Palma de Mallorca an der Straße, die Richtung Sóller führt. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind die Hamburger in einem normalen Linienflieger angereist.

Am Mittwoch der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der FC St. Pauli sein Training von Hamburg nach Mallorca verlegen wird – mitten in der deutschen Fußballsaison. Weil es in Hamburg in den vergangenen Wochen so viel geregnet hat, sind die Fußballplätze des Tabellenführers der zweiten Fußball-Bundesliga in sehr schlechtem Zustand. "Viel Regen, dazu Schnee und Eis – all das hat den Plätzen sehr zu schaffen gemacht", äußerte sich Sportchef Andreas Bornemann. Danach hatte es in Deutschland viel Kritik an dem spontanen Mallorca-Trip gegeben – vor allem in puncto Nachhaltigkeit.

Dagegen hatte sich der Trainer Fabian Hürzeler verteidigt. "Erst mal kann ich sagen, dass ich natürlich lieber hier geblieben wäre", sagte der Coach am Donnerstag vergangener Woche. "Alles Weitere sind Zusatzbelastungen für die Spieler, auch für den Staff", fügte der Coach hinzu. Ein Sprecher des FC St. Pauli bezog sich dann auf eine Mobilitätsanalyse, die ergebe, dass die Reiseaktivitäten der Profimannschaft beim Fußballspiel nur einen geringen Anteil am Schadstoffausstoß ausmache. "Dass jetzt alle aufstehen und tosenden Applaus spenden für die Maßnahme, haben wir nicht erwartet", sagte der Sprecher. Der Club sei sich bewusst, dass man sich in einem Feld bewege, in dem es Widersprüche gebe.

Der Hamburger Kultverein ist als Arbeiterverein bekannt. Der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli wird in der politischen Ausrichtung eher links eingeordnet. Dass die Fußballer sowie die Crew jetzt ausgerechnet in einem Luxushotel auf Mallorca eingecheckt haben, könnte die Kritik an dem Verein noch verstärken.

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