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Cala Mondragó: Bald eingeschränkter Badespaß?

Zur Cala Mondragó im Südosten Mallorcas gehören drei Strände, darunter der naturbelassene S'Amarador. | Patricia Lozano

| Cala Mondragó, Mallorca |

Das Bild erinnert an eine Postkarte, wenn man unweit der Ferienorte Cala d’Or und Portopetro im äußersten Südosten Mallorcas auf die Strände der Cala Mondragó blickt. Die Buchten mit ihrem klaren türkisfarbenen Wasser und dem feinen weißen Sandstrand sind unter Urlaubern schon längst kein Geheimtipp mehr.

Die Betreiber des „Chiringuito Mondragó”, der seit mehr als 50 Jahren bestehenden Strandbar, kümmern sich hier um das Wohl der Besucher. Die Betreiber Tomás Pons Maimo und Miquel Orfila haben mit insgesamt 21 Mitarbeitern Obhut über Speisen, Getränke und die Bewirtschaftung des Strandes. Der Preis für die Liegen werde vom Umweltministerium in Palma für vier Jahre vorgegeben, erzählen die Betreiber. Die Miete des Chiringuito koste stolze 393.000 Euro jährlich. Auch sonst sind die Mitarbeiter der Strandbar auf die Weisungen der Landesregierung angewiesen. Denn der Fortbestand der traditionsreichen Strandbar steht auf der Kippe.

Da die Cala Mondragó an den gleichnamigen Naturpark angrenzt, arbeitet die Balearen-Regierung in diesem Jahr verstärkt daran, dieses Gut zu schützen. Wie zuletzt beim beliebten Strand Es Trenc. Seit 1992 ist Mondragò ein „Naturpark”. Auf Mallorca eine Bezeichnung, die die autonomen Regionen vergeben. „Nationalparks” hingegen werden von der Zentralregierung zu diesen erklärt und haben ihre eigenen Bestimmungen. Der Archipel Cabrera ist der einzige Nationalpark auf den Balearen.

Seit Juli 2018 sind nun erste Erkenntnisse aus dem neuen Bewirtschaftungsplan für den Naturpark Mondragó bekannt. Die Maßnahmen sollen helfen, den gesamten Naturraum zu regulieren und zu organisieren. Denn in dem Naturpark haben mehr als 70 Vogelarten ein geschütztes Refugium gefunden. Außerdem verschiedene Schlangenarten, Geckos und die wiederangesiedelte Mittelmeerschildkröte, die in der Region bereits ausgestorben war.

Konkret bedeutet das für den „Chiringuito Mondragó”, dass dieser bisher mit Holz verkleidete feste Bau durch einen abbaubaren ersetzt werden muss. Jedem Touristen sollen theoretisch zehn bis 15 Quadratmeter Strandfläche zur Verfügung stehen. Die neuen Vorkehrungen würden auch das Aus für die zahlreichen Touristenboote bedeuten. Auch bei Prominenten ist die Bucht für einen kurzen Abstecher von der Yacht beliebt. So sieht man unter anderem Ex-Torwartlegende Oliver Kahn von seiner „Titaneo” steigen und zu Mittag in einem der Restaurants oder den Chiringuito einkehren.

Bisher ist die Cala Mondragó von Baumaßnahmen weitgehend verschont geblieben. Bis heute grenzen nur ein Hotel und ein Hostel an die Strände an. Ein Taxistand versorgt die Badegäste mit An- und Abfahrt in umliegende Gemeinden. Nachdem bereits einer der beiden Parkplätze an der Zufahrt geschlossen wurde, um die Zahl der Touristen zu reduzieren, denke man im Umweltministerium über die Schaffung einer Fußgängerzone zum Strand nach.

„Der Prozess kann nun mehrere Monate dauern, da Anhörungs- und Informationsverfahren durchgeführt werden müssen”, sagt die Pressesprecherin des balearischen Umweltministeriums, Glòria Franquet i Arocas. Eine unsichere Situation für die Betreiber des Chiringuito an der Cala Mondragó. „Wir wissen, dass die Pläne auf dem Tisch sind, aber nichts ist sicher”, heißt es dort auf Nachfrage zur Zukunft der Mitarbeiter.

(aus MM 32/2018)

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