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"Financial Times": Mutmaßlicher Financier von iranischer Revolutionsgarde soll Eigentümer von deutschem Luxushotel auf Mallorca sein

Das britische Finanzblatt veröffentlichte am Mittwoch einen entsprechenden Artikel. MM hat bei den Betreibern nachgefragt

Das Hotel Steigenberger in Camp de Mar | Foto: Ultima Hora

| Camp de Mar, Mallorca |

Die renommierte Zeitung "Financial Times" behauptet in einem am Mittwoch veröffentlichten Artikel, dass der iranische Bankier Ali Ansari der Besitzer Steigenberger-Hotels in Camp de Mar im Südwesten von Mallorca sein soll. Der Geschäftsmann wird von den britischen Behörden beschuldigt, die berüchtigte Revolutionsgarde des islamistischen Mullah-Regimes in Teheran seit vielen Jahren mitzufinanzieren.

Das ehemalige Dorint Royal Golf Resort & Spa Camp de Mar wird seit 2015 von der Steigenberger Hotel Group geführt. Die renommierte deutsche Luxushotelkette renovierte es, Pächter ist eine Firma namens RIMC. Dieses Hotel auf Mallorca mit 164 Zimmern ist das einzige, das die deutsche Kette mit einem Portfolio von 60 Häusern in Europa, Asien und Afrika in Spanien betreibt. Eine Sprecherin des Hotels wollte sich gegenüber MM nicht weiter über den Zeitungsbericht äußern. Man habe mit dem Eigentümer nichts zu tun.

Anteile auch an Skihotel in Österreich

Die Nachverfolgung der Offshore-Konten von Ansari zeigt laut "Financial Times", dass er über verschiedene spanische und deutsche Gesellschaften Eigentümer des Steigenberger Camp de Mar ist, dessen Wert auf 22 Millionen Euro geschätzt wird. Er hält demnach auch Anteile an einem Luxus-Skiresort in den österreichischen Alpen, dem Schlosshotel Kitzbühel.

In Deutschland ist der Iraner angeblich Eigentümer von zwei Hotels: dem Hilton Frankfurt City Centre und dem Hilton Frankfurt Gravenbruch, die von seinen niederländischen und deutschen Muttergesellschaften jeweils mit rund 80 Millionen Euro bewertet werden. Darüber hinaus soll Ansari über Zweckgesellschaften ein Einkaufszentrum, das Bero Oberhausen, besitzen. Dessen Wert wird auf 68 Millionen Euro geschätzt.

Der iranische Magnat soll laut dem Artikel der "Financial Times" Hunderte Millionen Euro in ein umfangreiches Immobilienportfolio in Europa investiert haben. Ali Ansaris Familie, so die Zeitung, gründete die iranische Ayandeh-Bank, eine der wichtigsten Banken des Landes. Deren Zusammenbruch Ende 2025 verschärfte die Wirtschaftskrise, die in Protesten der Bevölkerung gegen das islamische Regime mit Tausenden von Morden und Verhaftungen gipfelte.

"Korrupter Bankier und Unternehmer"

London verhängte nach dem Zusammenbruch der Ayandeh-Bank Sanktionen gegen den Geschäftsmann, weil er „feindliche Aktivitäten” der Führung der iranischen Revolutionsgarde finanziert habe. Die britischen Behörden bezeichneten Ansari laut "Financial Times" als „korrupten iranischen Bankier und Unternehmer” und froren sein Immobilienportfolio in London im Wert von über 150 Millionen Pfund (rund 176 Millionen Euro) ein.

Über ein komplexes Netzwerk von Unternehmen in Steueroasen (darunter die Karibikinseln St. Kitts und Nevis) sowie in Österreich, Deutschland und Spanien soll der Iraner eine bisher unbekannte Sammlung von Immobilien in Europa angehäuft haben.

Sein Immobilienimperium im Vereinigten Königreich und in Europa wird auf insgesamt rund 400 Millionen Euro geschätzt. Ali Ansari besitzt laut britischen Behörden Pässe aus dem Iran, St. Kitts und Nevis sowie Zypern und unterliegt keinen Sanktionen der Europäischen Union.

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