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Konsequenzen für Mallorca? Das sagen führende Insel-Politiker zum Krieg im Nahen Osten

Auf der ITB in Berlin riefen der spanische Tourismusminister Jordi Hereu sowie die Präsidentin der Balearenregierung, Marga Prohens, zu Besonnenheit und Diplomatie auf

Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens mit dem spanischen Tourismuminister Jordi Hereu (r.)

| | Berlin, Deutschland |

Der Konflikt im Iran und dem gesamten Nahen Osten sowie die zunehmende internationale Instabilität sorgen mitten in der Messesaison für Unruhe auch im mallorquinischen Tourismussektor. Auf der Reisemsse ITB in Berlin riefen deshalb der spanische Industrie- und Tourismusminister Jordi Hereu sowie die Präsidentin der Balearenregierung, Marga Prohens, zu Besonnenheit und Diplomatie auf. Hintergrund sind bereits spürbare Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr und die Logistik.

Hereu bestätigte bei seinem Besuch am balearischen Messestand, dass in den vergangenen Tagen tausende Flüge gestrichen worden seien. "Ein bewaffneter Konflikt beeinflusst Logistik, Industrie und natürlich auch den Tourismus", sagte der Minister. Gleichzeitig betonte er, Spanien bleibe ein führendes Reiseziel im internationalen Tourismus. Gerade deshalb sei die Präsenz auf der ITB wichtiger denn je – auch wegen der großen Bedeutung des deutschen Marktes, der für Spanien der drittwichtigste Herkunftsmarkt und für die Balearen besonders relevant ist.

Der Minister zeigte sich trotz der geopolitischen Spannungen zuversichtlich für die laufende Saison. Spaniens Erfolg im Tourismus sei das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen von Institutionen und Unternehmen. "Wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen", sagte Hereu. Entscheidend sei Stabilität: "Tourismus ist eine Friedensindustrie."

Sorgen und Hoffnungen

Prohens äußerte ebenfalls Sorge über mögliche wirtschaftliche und touristische Folgen des Konflikts. Besonders kritisch wäre eine dauerhafte Ausweitung der Krise auf wichtige internationale Drehkreuze wie Doha oder Dubai, die für zahlreiche Langstreckenverbindungen bedeutend sind. Von Abu Dhabi aus soll im Sommer der ersten Linien-Direktflug zwischen den Golfstaaten und Mallorca abheben.

Die Balearenregierung will deshalb die Gespräche mit Reiseveranstaltern auf der ITB auch nutzen, um mögliche Auswirkungen frühzeitig einzuschätzen. "Wir müssen vorsichtig handeln und genau beobachten, was in den kommenden Stunden, Tagen und Wochen passiert", sagte Prohens. Denkbar seien Veränderungen bei den Touristenströmen, falls sich die Sicherheitswahrnehmung in bestimmten Regionen verschlechtere.

Gleichzeitig sieht die Präsidentin auch eine mögliche Chance für die Balearen: In Zeiten internationaler Unsicherheit könne sich der Archipel als besonders sicheres Reiseziel im westlichen Mittelmeer positionieren.

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