Am Flughafen Palma de Mallorca müssen sich Passagiere der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf eine weitere Umstellung einstellen: Im Abflugbereich auf der Check-in-Ebene wurden neue sogenannte "Self-Service-Kioske" installiert, die die Gepäckabgabe künftig weitgehend ohne Personal abwickeln. Was als technischer Fortschritt verkauft wird, bedeutet für viele Reisende vor allem eines – noch mehr Eigenverantwortung am Flughafen.
Der Ablauf erfolgt vollständig digital über die Ryanair-App. Per QR-Code verbinden Fluggäste ihr Smartphone mit dem Kiosk, der anschließend das Gepäck wiegt und das entsprechende Label ausdruckt. Anschließend müssen Reisende ihren Koffer selbstständig zu den vorgesehenen Gepäckabgabestellen bringen und dort auf das Förderband aufgeben. Klassische Schalterkontakte werden damit zunehmend ersetzt. Auch Zusatzgebühren, etwa bei Übergepäck, werden direkt in der App angezeigt und müssen dort unmittelbar beglichen werden.
Zusätzlicher Druck oder Zeitersparnis?
Gerade in der ohnehin stark frequentierten Hauptsaison könnte diese Entwicklung für zusätzlichen Druck sorgen: Wer mit der Technik nicht vertraut ist oder Probleme mit der App hat, steht schnell vor Herausforderungen – persönlicher Service ist kaum noch vorgesehen. Kritiker sehen darin weniger eine Verbesserung als vielmehr den nächsten Schritt, Serviceleistungen weiter zurückzufahren und Abläufe konsequent auf Selbstbedienung umzustellen.
Doch ganz ohne Vorteile ist das System nicht: Wer sich mit der Technik auskennt und den Ablauf einmal verstanden hat, kommt in der Regel deutlich schneller durch die Gepäckabgabe – und spart sich im besten Fall lange Warteschlangen.