Unglaublich, aber wahr: Zwei Wochen Urlaub in der Karibik sind günstiger als eine Woche auf Mallorca. Das bestätigt Pedro Fiol, der Vorsitzende des Reisebüroverbands Aviba. "Um diese Tatsache besser zu verstehen, genügt es, die Zahlen auf den Tisch zu legen", erklärt er. In diesem Zusammenhang zeigt Fiol auf, dass eine Woche All-inclusive-Urlaub auf Mallorca je nach Destination pro Person zwischen 2300 und 3900 Euro kosten kann, während zwei entsprechende Wochen in der Karibik mit zwischen 2250 Euro und 3300 Euro zu Buche schlagen.
"Nimmt man eine der gefragtesten Wochen des Jahres, etwa um den 15. August, als Referenz, so kann ein 7-tägiger Aufenthalt auf Mallorca in einem 5-Sterne-Hotel mit All-inclusive-Verpflegung, inklusive Flügen und Gepäck, etwa 2300 Euro pro Person kosten", so der Verbandsvorsitzende. "In besonders gefragten Orten wie Playa de Muro kann der Preis in einem Standardzimmer leicht 3900 Euro pro Person erreichen."
Eine Woche Karibik halb so teuer wie eine Woche in Muro
Demgegenüber koste Fiol zufolge eine Reise in die Karibik, zum Beispiel nach Punta Cana, für denselben Zeitraum mit 14 Übernachtungen in 5-Sterne-All-inclusive-Hotels in den günstigsten Angeboten bereits ab etwa 2250 Euro pro Person. "Entscheidet sich der Kunde für Unterkünfte höherer Kategorie oder Luxusklasse, liegen die Preise in der Regel zwischen 2600 und 3300 Euro, also in vielen Fällen im gleichen Bereich – oder sogar darunter – wie eine Woche auf Mallorca. Selbst wenn man den Aufenthalt in der Karibik auf eine Woche verkürzt, bleiben die Preise wettbewerbsfähig, mit Angeboten um die 1700 Euro pro Person."
Fiol räumt ein, dass "es übertrieben erscheinen mag, aber das ist es gar nicht so sehr, wenn man alle Faktoren analysiert, die den Endpreis einer Reise beeinflussen". In diesem Zusammenhang erklärt er, dass "Pauschalreisen zu Zielen in der Karibik – wie Punta Cana oder die Riviera Maya –, die Flüge, Transfers und All-inclusive-Hotels beinhalten, zu bestimmten Zeiten zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden. Auf Mallorca hingegen steigen die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Zusatzleistungen weiter an, insbesondere in der Hochsaison."
Wo der Unterschied liegt
Fiol betont: "Genau hier liegt der Unterschied: In Reisezielen wie der Karibik, wo die Kosten vor Ort niedriger sind und das Tourismusmodell stärker integriert ist, können die Gesamtkosten der Reise geringer ausfallen, während sich auf den Balearen die endgültigen Ausgaben vor Ort deutlich erhöhen können."
Gleichzeitig, so wurde am vergangenen Dienstag aus einem aktuellen Bericht der Hotelbranche bekannt, schrecken die hohen Preise kaum Gäste ab: Wie die Unternehmensberatung PwC und der spanische Hotelverband CEHAT analysierten, werden Urlauber auf Mallorca zwischen Juli und September dieses Jahres rund 247 Euro pro Nacht zahlen, während die Stornierungsrate sogar gesunken ist.