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Fast so viele Touri-Betten wie Einwohner: Mallorca-Ort Sóller völlig von Urlaubern gekapert

Hinzu kommen viele auswärtige Tagesbesucher, die alles noch enger werden lassen

Sóller platzt immer während der warmen Monate aus allen Nähten. | Foto: Ultima Hora

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Die touristische Überlastung des Orangendorfs Sóller im Nordwesten von Mallorca wird durch neue Daten belegt. Laut einem neuen Umstrukturierungsplan der Gemeinde, der von einem externen Beratungsunternehmen erstellt wurde, gibt es in Sóller derzeit 75 Touristenbetten pro 100 Einwohner, da im Rahmen dieser Studie 6932 registrierte Touristenbetten festgestellt wurden, und dies bei einer Bevölkerung von 13.882 gemeldeten Einwohnern.

Darüber hinaus warnt der Bericht, dass diese Situation durch den Sogeffekt der großen Attraktivität der Gemeinde noch verschärft wird, was bedeutet, dass zu den touristischen Beherbergungsplätzen täglich eine große Anzahl von Besuchern hinzukommt, was unter anderem zu einer hohen Belastung der Dienstleistungen und Infrastrukturen, der Mobilität, der Abfallerzeugung und des Zusammenlebens mit der Bevölkerung führt.

Ausgeprägte saisonale Schwankung

Die Daten des Dokuments zeigen zudem eine ausgeprägte saisonale Schwankung. Demnach verzeichnete Sóller im Jahr 2024 mehr als 200.000 ausländische Besucher, was einem Durchschnitt von 14,4 Touristen pro Einwohner entspricht. Der Besucheransturm konzentriert sich vor allem auf die Monate April bis Oktober, die mit der höchsten Auslastung und der größten Belastung für das Gebiet zusammenfallen.

Das Dokument kommt zu dem Schluss, dass es aufgrund des touristischen Drucks notwendig ist, Umstellungs- und Managementmaßnahmen voranzutreiben, um die Überlastung zu verringern und auf ein nachhaltigeres Modell hinzuarbeiten.

Die Stadtverwaltung hat über das Tourismusdezernat bereits das SICTED-Zertifikat (Sistema Integral de Calidad Turística Española en Destinos) beantragt. Laut der zuständigen Stadträtin Llum Castañer ist das Ziel, „Sóller als Umgestaltungsgebiet anerkennen zu lassen und Fördermittel zur Verbesserung der Infrastruktur und Dienstleistungen beantragen zu können“.

Der Umgestaltungsplan sieht Maßnahmen im Wert von mehr als 38 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren vor. In diesem Sinne wird das Dokument in der nächsten Plenarsitzung diskutiert, um die Modernisierung der touristischen Einrichtungen, die Stadterneuerung sowie die Verbesserung der Umwelt und der Landschaft voranzutreiben.

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