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Startverbot betrifft auch Mallorca-Flieger

Zwei Maschinen der Fluggesellschaft Norwegian, die auch die Insel anfliegt. | EFE

| Mallorca |

Von dem in zahlreichen Ländern angeordneten Grounding der Boeing 737 MAX 8 und der damit verbundenen Sperrung des europäischen Luftraums für dieses Flugzeugmodell für Kurz- und Mittelstreckenflüge ist auch Mallorca betroffen. Mehrere Fluggesellschaften, die Palma anfliegen – Tuifly Nordic (Schweden), Tui Airlines Belgium, Norwegian und Smart Wings – haben den Jet, eine der jüngsten Entwicklungen des US-Flugzeugbauers, in ihrer Flotte. Der eine oder andere Insel-Urlauber saß also schon einmal in einer der Maschinen.

Etliche Staaten hatten das Modell am Dienstag aus dem Verkehr gezogen, nachdem bei einem Absturz einer 737 MAX in Äthiopien 157 Menschen ums Leben gekommen waren. Nur wenige Monate zuvor starben bei einem ähnlichen Absturz mit diesem Modell in Indonesien 189 Personen. Experten befürchten, es könnte sich um ein technisches Problem handeln, was letztendlich zu dem Start- und Überflugverbot führte.

Für den Flugzeugbauer Boeing ist das vorläufige Aus des Jets eine Katastrophe. Bereits jetzt schreibt das Unternehmen deswegen Milliardenverluste. Und es könnte noch dicker kommen. Unklar ist nämlich, wie die Fluggesellschaften mit vorbestellten Flugzeugen verfahren. Unter anderem haben die Mallorca-Airlines Air Europa und die deutsche Tuifly 20 beziehungsweise vier der Modelle bestellt und warten auf deren Auslieferung. Norwegian soll sogar mehr als 100 Maschinen bekommen.

Ein Sprecher der Tuifly sagte am Mittwoch gegenüber MM: „Noch ist unklar, wie wir mit den Bestellungen verfahren, Jetzt geht es erst einmal darum, unseren Partner-Airlines in Belgien und Skandinavien unter die Arme zu greifen und Kapazitäten für die am Boden gebliebenen Maschinen zu schaffen.”

Die Boeing 737 MAX 8 gilt als eines der modernsten Verkehrsflugzeuge der Welt, umso verwunderlicher ist es, dass binnen weniger Monate gleich zwei Maschinen in Unfälle verwickelt waren. Der Verdacht liegt nahe, dass beide Crashs die gleiche Ursache haben könnten. Beobachter schließen einen Computerfehler nicht aus. Beide Abstürze ereigneten sich kurz nach dem Start, in beiden Fällen hatten die Piloten offenbar Probleme mit der Steiggeschwindigkeit.

Noch ist nicht abzusehen, ob sich der (möglicherweise nur vorübergehende) Ausfall der MAX-Maschinen tatsächlich auf Mallorca-Verbindungen auswirkt. Etwas mehr Klarheit dürfte herrschen, sobald die Stimmrekorder des jüngst verunglückten Ethiopian-Jets ausgewertet worden sind.

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