Die auch Mallorca anfliegende Airline Ryanair hat angekündigt, ihre Basis in Berlin zu schließen. Am 24. Oktober 2026 soll es so weit sein, die sieben in der Hauptstadt stationierten Flieger würden dann auf "kostengünstigere Flughäfen in anderen EU-Staaten" verlagert werden. Das gab das Unternehmen am Freitag, 24. April, in einer Pressemitteilung bekannt. "Gleichzeitig soll die Zahl der Flüge von und nach Berlin im Winterflugplan um 50 Prozent reduziert werden", heißt es darin. Ryanair bietet auch Flüge zwischen Palma und Berlin an.
Ryanair begründet diese Entscheidung als "direkte Folge der jüngsten Ankündigung des Berliner Flughafens, die Gebühren im Zeitraum von 2027 bis 2029 erneut um weitere 10 Prozent zu erhöhen." Schon seit der Covid-Pandemie seien die Airport-Abgaben bereits um 50 Prozent gestiegen, allerdings seien die Passagierzahlen am Hauptstadtflughafen gesunken. Konkret seien die Zahlen um rund 30 Prozent von 36 Millionen Passagieren im Jahr 2019 auf 26 Millionen im Jahr 2025 zurückgegangen, teilt Ryanair mit.
Weitere Kürzungen absehbar
Es ist nicht das erste Mal, dass sich die irische Billigfluggesellschaft von deutschen Airports zurückzieht und das mit den zu hohen Abgaben rechtfertigt. "Seit 2019 war Ryanair gezwungen, ihre Basen in Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart zu schließen (mit dem Verlust von 13 stationierten Flugzeugen) sowie sämtliche Flüge nach Dresden, Leipzig und Dortmund einzustellen." Zudem seien "weitere Kürzungen in Deutschland (…) absehbar". Details werden aber nicht genannt.
"Der deutsche Luftverkehr ist nicht wettbewerbsfähig. Die Regierung räumt dies selbst ein, dennoch fehlt eine klare Strategie zur Senkung der Luftverkehrsteuer und überhöhten Flughafenentgelten – trotz der wiederholten Warnungen von Ryanair, dass Deutschland andernfalls Verkehr, Konnektivität, Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft verlieren wird", so Ryanair-DACH-CEO Eddie Wilson.