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Strompreis-Erhöhung bleibt vorerst bei drei Prozent

Ministerium verzichtet zunächst auf Zuschläge für überdurchschnittlichen Verbrauch

In den vergangenen Jahren hat sich Elektrizität deutlich verteuert.

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Aufatmen bei den Stromkonsumenten auf Mallorca und in ganz Spanien: Anders als im Dezember angekündigt sind vorerst keine Aufschläge zu bezahlen, wenn der monatliche Stromverbrauch bestimmte Durchschnittswerte überschreitet. Damit bleibt es erst einmal bei einer Preiserhöhung von drei Prozent, die zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist.

Das Industrieministerium hat den Entwurf einer neuen Gebührenverordnung mit "ökologischer Komponente" zurück gezogen, nachdem Verbraucherschützer und die nationale Energiekomission Bedenken angemeldet hatten. Kritsiert wurde vor allem, dass sich die geplanten Zuschläge an festen Verbrauchsschwellen orientierten und keinerlei Rücksicht auf Jahreszeiten, Familiengröße oder geografische Lage nahmen. Lediglich große Unternehmen waren von den Plänen ausgenommen.

Bei einem monatlichen Verbrauch von 190 KWh sollten die Extrakosten inklusive Steuern rund 0,2 Cent pro Kilowattstunde betragen, ab 329 KWh bereits etwa 1,5 Cent. Da viele Haushalte im Winter auf Elektroheizungen angewiesen sind, kamen Verbraucherschützer für einen Durschnittshaushalt auf eine potenzielle Mehrbelastung, die zwischen fünf und zehn Prozent liegen würde und die jährlichen Stromkosten von 756 auf 800 bis 840 Euro steigern könnte. Alles vor dem Hintergrund, dass die Preise in den letzten zweieinhalb Jahren bereits mehr als 20 Prozent gestiegen sind und sich inklusive sämtlicher Steuern und Gebühren langsam an das mitteleuropäische Niveau annähern.

Im gesetzlichen Basistarif für Endverbraucher ("Tarifa de Ultimo Recurso"), der für über 20 Millionen Haushalte greift, liegen die Gesamtkosten pro Kilowattstunde seit Januar 2013 bei etwa 20 Cent, während die monatliche Grundgebühr für eine bereitgestellte Höchstleistung von 4,4 KW nun knapp zehn Euro beträgt. Verantwortlich dafür sind unter anderem auch die kürzlich auf 21 Prozent erhöhte Mehrwertsteuer und die so genannte Stromsteuer ("Impuesto de Electricidad") von fast fünf Prozent auf sämtliche Leistungen.

Eine weitere Erhöhung mitten im Winter bleibt den Kunden nun vorerst erspart. Für eine endgültige Entwarnung ist es aber noch zu früh. Denn die Mitarbeiter von Industrieminister José Manuel Soria haben bereits durchblicken lassen, dass ein Öko-Zuschlag früher oder später doch noch kommen könnte. Eine gerechte Formel dafür wird noch gesucht. In der Zwischenzeit will man erst einmal auf Pädagogik und Stromsparkampagnen setzen.     

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