Mit der Einführung der direkten Cholangioskopie baut die Clínica Rotger ihre Kompetenz in der minimalinvasiven Diagnostik und Therapie komplexer Erkrankungen der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse weiter aus. Das hochmoderne Verfahren ermöglicht es, schwer zugängliche Strukturen im biliopankreatischen System direkt sichtbar zu machen, präzise Gewebeproben zu entnehmen und selbst komplizierte Gangverengungen schonend zu behandeln – ein bedeutender Fortschritt für Patientinnen und Patienten mit bislang schwer diagnostizierbaren Befunden.
Die direkte Cholangioskopie ist ein bildgebendes endoskopisches Verfahren zur Untersuchung der Gallenwege und des Pankreasgangs. Das Endoskopie-Team der Clínica Rotger – bestehend aus Dr. Ángel Cañete, Dr. Isabel Maestro und Dr. Sam Khorrami – arbeitet dabei mit hochmodernen Endoskopen mit einem Durchmesser von weniger als drei Millimetern. Diese sind mit speziellen Instrumenten ausgestattet, die komplexe Eingriffe im pankreatobiliären Bereich ohne äußere Schnitte ermöglichen.
Der Zugang erfolgt über den natürlichen Weg: Das flexible Endoskop wird durch den Mund über Speiseröhre und Magen bis in den Dünndarm vorgeschoben, wo die Gallen- und Pankreasgänge münden. Auf diese Weise können Gallensteine identifiziert und mittels Lithotripsie zertrümmert oder gezielte Gewebeproben aus schwer erreichbaren Tumoren entnommen werden.
Dank dieses technologischen Fortschritts ist eine minimalinvasive Diagnostik und Therapie komplexer Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sowie anderer obstruktiver Komplikationen der Gallenwege möglich.
„Diese Technologie erlaubt es uns beispielsweise, innerhalb eines verschlossenen Gallengangs eine Lithotripsie durchzuführen oder Tumoren im Pankreas beziehungsweise in den Gallenwegen zu biopsieren, die mit herkömmlichen Methoden nicht eindeutig diagnostiziert werden konnten“, erläutert Dr. Ángel Cañete.
Endoskopie-Team der Clínica Rotger mit Dr. Isabel Maestro, Dr. Sam Khorrami und Dr. Ángel Cañete
Die Klinik Rotger nutzt bereits endoskopische Techniken zur Diagnose und Behandlung des Verdauungstrakts
Bereits seit Längerem setzt die Clínica Rotger auf moderne endoskopische Verfahren zur Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstrakts. Mithilfe hochentwickelter Echoendoskopie werden ambulante, minimalinvasive Eingriffe durchgeführt, bei denen über natürliche Körperöffnungen Proben aus schwer zugänglichen Regionen entnommen werden können. Dies verbessert nicht nur die Früherkennung, sondern ermöglicht auch präzisere diagnostische Analysen – eine wesentliche Grundlage für personalisierte Therapiekonzepte bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Gallenwege und anderer Verdauungsorgane.
Dr. Ángel Cañete gilt als ausgewiesener Experte für die ultraschallgestützte Probenentnahme aus Läsionen des Verdauungstrakts. Zu den von ihm durchgeführten Verfahren zählen die endosonografisch gesteuerte Feinnadelaspiration (PAAF) sowie die Biopsie mit einer Core-Nadel (BAG). „Die Patientinnen und Patienten betreten den Endoskopieraum häufig ohne gesicherte Diagnose und verlassen ihn mit einem präzisen Befund, der entweder eine gezielte, individuell abgestimmte Therapie ermöglicht oder die Notwendigkeit einer Behandlung ausschließt“, so Cañete.
In den modern ausgestatteten Räumen für interventionelle Endoskopie erfolgen sämtliche Eingriffe unter Sedierung. Sie sind schmerzfrei und erfordern in vielen Fällen keinen stationären Aufenthalt. Hochauflösende HD-Endoskope sowie eine elektrochirurgische Einheit der neuesten Generation ermöglichen eine präzise Erkennung, Charakterisierung und Behandlung von Läsionen in einer einzigen Untersuchung. Durch eine sorgfältige und umfassende Durchführung kann zudem die Zahl weiterer Eingriffe reduziert werden.
Moderne Technologie zur Behandlung komplexer obstruktiver Erkrankungen der Gallenblase in der Clínica Rotger
Differenzierte Verfahren bei Erkrankungen von Pankreas und Gallenwegen
Die Bauchspeicheldrüse und die Gallenwege liegen in einem anatomisch anspruchsvollen Bereich des Körpers, umgeben von großen Gefäßen und tief im Bauchraum lokalisiert. Die zahlreichen, feinen Gänge können durch Steine oder intraduktal wachsende Tumoren verlegt werden – mit teils gravierenden gesundheitlichen Folgen.
Die Echoendoskopie ermöglicht die Identifikation solcher Läsionen unter Ultraschallkontrolle vom Magen oder Zwölffingerdarm aus. Dabei können gezielt Punktionsnadeln eingesetzt oder in ausgewählten Fällen lokale Therapien durchgeführt werden.
Die endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) erlaubt unter radiologischer Kontrolle den Zugang zu den Gallen- und Pankreasgängen über die Duodenalpapille, um obstruktive Erkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln.
Die direkte Cholangioskopie kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn die zuvor genannten Verfahren kein ausreichendes diagnostisches oder therapeutisches Ergebnis liefern. Sie ermöglicht den direkten Zugang zu den biliopankreatischen Gängen mit hochauflösender Bildgebung und erweitert damit die bestehenden Möglichkeiten der Klinik bei komplexen Krankheitsbildern im Bereich der Gallenwege und des Pankreas erheblich.