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Die Vergangenheit wird die Zukunft des Tourismus

Doch dazu muss sich noch viel mehr ändern auf Mallorca

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Seit gut zwei Jahrzehnten mühen sich die Verantwortlichen des Tourismus auf der Insel mit dem Vorhaben, die Saison zu entzerren. Soll heißen, stets war es deren Ziel, die Zahl der Besucher im Sommer zu reduzieren und dafür mehr Gäste in der kühleren Jahreszeit anzulocken. Dies sollte den wirtschaftlichen On-Off-Effekt dieser Industrie abmildern und den Tourismusmotor gleichmäßiger brummen lassen. Jüngst hat eine Studie ergeben, dass die „desestacionalización”, die saisonale Entzerrung auf Mallorca, keineswegs geglückt ist. Ohne Corona kommen Sommer auf Sommer immer mehr Menschen auf das Eiland. „Overtourism” wird die Vermassung genannt.

Was die menschlichen Tourismusplaner in all den Jahren nicht hinbekommen haben, wird aber vielleicht nun der Klimawandel zuwege bringen. Das sagen Experten für die Zukunft voraus (S. 6) . Die immer heißeren Sommermonate samt ihren immer längeren Hitzewellen werden etwa in Deutschland kaum Lust aufkommen lassen, Mallorca im Juli und August aufzusuchen. Die touristische Sehnsucht nach Süden wird sich in die kühlere Jahreshälfte verlagern.

So war es schon einmal. In der Frühzeit des Tourismus vor einem Jahrhundert kamen Deutsche zum Überwintern nach Mallorca, sie blieben viele Wochen und Monate, denn die Reise war teuer, lang und anstrengend. Noch in den 1960er Jahren reisten viele Mallorca-Fans mit Bahn und Fähre an und verbrachten mehrere Wochen auf der Insel.

In diese Richtung dürfte die Entwicklung wieder gehen, wenn Flüge immer teurer und Kerosinverfeuerungen immer inopportuner werden. Der Fremdenverkehr und seine Industrie werden sich umstellen (müssen).

Aber das alleine reicht nicht, um den Folgen des Klimawandels entgegenzutreten. Vielmehr wird Mallorca ein noch weit effizienteres Wasser-Recycling-System aufbauen müssen. Zudem muss die Entsalzung des Meerwassers weitaus umweltfreundlicher gestalten werden. Palma wiederum braucht viel, viel mehr Bäume in seinen Straßen. Sie spenden Schatten und kühlen besser als all die stromfressenden Klimaanlagen. Es muss sich noch viel tun. „Packen wir’s an!”

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