Er hat auf dem Sand Geschichte geschrieben – und baut jetzt Liegeplätze für jene, die sich ganze Küsten leisten können: Mallorca-Ex-Tennisstar Rafael Nadal steigt in das Geschäft mit Luxus-Yachthäfen ein. Über seine Familienholding Aspemir sichert sich der Mallorquiner eine Beteiligung an Ocean Platform Marinas (OPM) – einem Unternehmen, das Infrastruktur für Mega- und Gigayachten entwickelt. Standorte: unter anderem Ibiza und Málaga. Die Zielgruppe: ultrareiche Yachtbesitzer.
Dass Nadal längst mehr Unternehmer als Tennisspieler ist, überrascht dabei kaum noch. Sein geschätztes Privatvermögen liegt inzwischen bei rund 200 bis 250 Millionen Euro – hinzu kommt ein Firmengeflecht, das deutlich größere Summen bewegt. Seine Holding allein bringt es laut aktuellen Zahlen auf ein Nettovermögen von rund 375 Millionen Euro.
Einstieg in einen boomenden Markt
Mit dem Einstieg bei OPM erweitert Nadal gezielt seine Investmentstrategie. Das Unternehmen plant und betreibt Liegeplätze für große Yachten – ein Geschäftsfeld, das im Mittelmeerraum stark wächst. Der Hintergrund ist simpel: Immer mehr Mega-Yachten treffen auf begrenzte Kapazitäten in den Häfen. Neue, spezialisierte Marinas versprechen deshalb stabile und langfristige Einnahmen. Auch große Finanzinvestoren haben diesen Markt längst für sich entdeckt.
Besonders im Fokus stehen Standorte wie Ibiza sowie Häfen an der südspanischen Küste. Dort soll ein Netzwerk moderner Anlagen für große Yachten entstehen. Gemeinsam mit weiteren Investoren – darunter die Unternehmerfamilie Matutes und Kapitalgeber aus Málaga – baut OPM seine Präsenz aus. Für die Balearen bedeutet das eine weitere Ausrichtung auf hochpreisigen Tourismus, bei dem nicht mehr Masse zählt, sondern Zahlungsfähigkeit.
Wachsende Holding und breite Investments
Gesteuert werden Nadals Beteiligungen über die Holding Aspemir SL, die von seiner Mutter geführt wird. In den vergangenen Jahren verzeichnete das Unternehmen deutliche Zuwächse. Ein zentraler Faktor war der Teilverkauf der Rafa Nadal Academy im Jahr 2023, der rund 94 Millionen Euro Gewinn einbrachte und die Erträge der Holding massiv steigen ließ. Insgesamt erhöhte sich das Vermögen bis Ende 2024 auf etwa 375 Millionen Euro.
Parallel dazu baut Nadal sein Portfolio weiter aus: Beteiligungen an der Restaurantkette Tatel, Hotelprojekte in Zusammenarbeit mit Meliá Hotels International unter der Marke „ZEL“, dazu Immobilien- und Technologieinvestitionen. Die Strategie ist klar erkennbar: breite Streuung, internationale Expansion und Beteiligung an Branchen mit hohem Wachstumspotenzial.
Folgen für die Inseln
Der Einstieg in das Geschäft mit Luxus-Marinas passt in die Entwicklung der Balearen hin zu einem stärker auf zahlungskräftige Gäste ausgerichteten Tourismusmodell. Der wirtschaftliche Nutzen ist unbestritten – gleichzeitig wächst die Kritik. Steigende Preise, knapper Wohnraum und zunehmender Druck auf Infrastruktur und Umwelt sind längst Realität auf Mallorca und Ibiza.
Rafael Nadal steht damit exemplarisch für den Wandel vieler Spitzensportler: vom Idol zum global agierenden Investor. Sein neuestes Engagement zeigt, wohin die Reise geht – weg vom Center Court, hin zu Märkten, in denen nicht mehr Punkte entscheiden, sondern Renditen.