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Zwei Mallorquinerinnen setzen auf Limonadenersatz

Wasserkefir-Pionierin: Arantxa Sánchez. | Xavi Solà

| Porreres, Mallorca |

Gesunde Ernährung ist einfach trendy. Das haben sich auch die beiden Mallorquinerinnen Arantxa Sánchez und María Guerrero gedacht. Und sich einem neuen Getränk verschrieben: Wasserkefir, auch Kefirwasser genannt. Mögen auch viele den Milchkefir kennen – von seinem Verwandten, dem „Agua de kéfir” beziehungsweise „Kéfir de agua” haben die wenigsten gehört. Dabei ist das ein höchst leckerer Limonadenersatz. Wer auf kohlensäurehaltige Softdrinks steht, könnte also auch auf den gesunden Wasserkefir von der Insel umsatteln. Prickelnd-frisch wie er ist, schmeckt er süß-säuerlich, mitunter mit einer leicht bitteren Tonic-Nuance. Und punktet mit einer Reihe von positiven Eigenschaften: So trumpft Wasserkefir mit einer Vielzahl an Nährstoffen und Vitaminen auf, etwa den Vitaminen A, C, D und des B-Komplexes. Zudem soll sich der Wasserkefir positiv auf Darmflora, Verdauung und sogar Hautkrankheiten auswirken.

Wasserkefir ist ein uraltes Gärgetränk, wie Wein und Bier übrigens auch. Eines, das durch Fermentation entsteht. Der genaue Ursprung dieses Softdrinks der etwas anderen Art ist nicht genau geklärt. Einige Quellen sprechen von Mexiko als „Herkunftsland”, andere wiederum führen den Kaukasus, die Ukraine oder Tibet auf. Was sicher ist: Man braucht im Grunde dafür nicht mehr als Wasser, Zucker und Wasserkefir-Kristalle. Diese sehen aus wie kleine Gelee-Kügelchen und bestehen aus wertvollen Mikroorganismen. Genauer: aus einem Verbund aus verschiedenen Hefen und Bakterienkulturen.

Es lebe die Abwechslung: Mit Obst, Trockenfrüchten wie Rosinen, Datteln, Feigen oder auch Kräutern und Gewürzen kann Wasserkefir nach Lust und Laune in seiner Geschmacksnote variiert werden! Arantxa und María etwa aromatisieren ihren Wasserkefir auf höchst schmackhafte Art und warten mit Spielarten wie Ingwer-Zitrone, Banane, Rote Bete-Apfel sowie Orange-Karotte-Kurkuma auf. In Sachen Herstellung ähnelt Wasserkefir übrigens dem deutlich bekannteren Kombucha. Auch bei ihm werden Hefen und Bakterien verwendet. Diese allerdings werden nicht mit Zuckerwasser, sondern mit gezuckertem Tee „gefüttert“.

Altes Getränk, 
neu entdeckt

Ganz bald wollen die beiden 35-jährigen Insulanerinnen Arantxa und María aus Porreres mit ihrem Unternehmen Co(R)evolution richtig durchstarten. Die Firmenwebseite ist in Arbeit, die Vorbereitungen für die Präsentation in den sozialen Medien laufen auf Hochtouren. Und obwohl sie für ihr neues, auf Mallorca einzigartiges Produkt fast noch gar keine Werbung gemacht haben, gehen schon die ersten Bestellungen bei den Pionierinnen ein.

Wie kamen sie auf die Idee? „Wir wollten einfach den ganzen industriell hergestellten Erfrischungsgetränken, die wir täglich zu uns nehmen, eine gesunde Alternative entgegenstellen”, sagt María Guerrero. „Eine, die spritzige Kohlensäure enthält und auf einer natürlichen Fermentation beruht.”

Damit treffen sie einen Nerv der Zeit. Denn fermentierte Lebensmittel sind gerade wieder schwer en vogue. Weil sie extrem wertvoll für den Körper sind, erfahren sie so etwas wie eine Renaissance. Schließlich sind die Herstellung und auch Haltbarmachung von Lebensmitteln mit Hilfe der Gärung eine sehr alte Methode, die allerdings ein wenig in Vergessenheit geraten war. Weiterer Vorteil von Wasserkefir: Er enthält in der Regel deutlich weniger Zucker als herkömmliche Limonaden. Denn die Mikroorganismen haben Hunger und ernähren sich von dem zugeführten Zucker (Glukose). Dieser baut sich im Fermentationsprozess ab, wodurch unter anderem die Kohlensäure entsteht.

Was ist das Besondere bei der Wasserkefir-Herstellung? „Wir arbeiten ja mit lebenden Organismen, und diese reagieren auf Faktoren wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit. Das ist Spannung und Herausforderung zugleich”, so Arantxa Sánchez.

Der Drink für mehr Wohlbefinden

Die beiden Jung-Unternehmerinnen sind überzeugt davon, dass sich ihre Neulinge auf dem Markt etablieren werden: „Wir glauben fest daran, dass die Menschen nach und nach zu gesünderen Lebensmitteln greifen, die für Wohlbefinden sorgen.” Kein Wunder also, dass ihre Planungen schon weiter gehen: „Wenn der Wasserkefir erfolgreich auf den Markt gebracht ist, werden wir weitere interessante Produkte entwickeln”, erzählen sie. Auf Fermentations-Basis, versteht sich. (lk)

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