Über Jahre gehörte Melanie Müller zu den festen Größen der deutschen Partyszene auf Mallorca. Vor allem an der Playa de Palma war die Sängerin regelmäßig auf der Bühne zu sehen, ihre Auftritte in bekannten Lokalen zogen ein feierfreudiges Publikum an. Doch die Karriere der 37-Jährigen hat zuletzt deutliche Risse bekommen – mit spürbaren Folgen auch für ihre Präsenz auf der Insel.
Gerichtsurteil als Wendepunkt
Auslöser für den aktuellen Einschnitt ist ein Strafverfahren in Deutschland. Im Berufungsprozess vor dem Landgericht Leipzig wurde Müller erneut wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verurteilt, zu einer Geldstrafe von 3500 Euro. Nach Überzeugung des Gerichts hatte sie bei einem Konzert im September 2022 den Hitlergruß gezeigt und damit eine Straftat begangen. Müller bestreitet den Vorwurf bis heute.
Zusätzlich spielte ein weiterer Komplex eine Rolle: Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Jahr 2023 wurden geringe Mengen Drogen gefunden, was ebenfalls in die Gesamtbewertung einfloss. Während das Amtsgericht Leipzig zunächst eine hohe Geldstrafe verhängt hatte, fiel das Urteil in der Berufung deutlich milder aus.
Weniger Auftritte – auch auf Mallorca
Die juristische Auseinandersetzung blieb auch nicht ohne Folgen für Müllers berufliche Situation. Vor Gericht schilderte sie, dass viele Engagements weggefallen seien – insbesondere außerhalb Mallorcas. Während sie früher regelmäßig in Deutschland, Österreich, der Schweiz und auf der Insel auftrat, seien die Buchungen heute deutlich zurückgegangen.
Mallorca spielt dabei weiterhin eine besondere Rolle: Die Insel zählt zu den wenigen Orten, an denen Müller überhaupt noch ab und an auftritt. Allerdings, so ihre Darstellung, lägen die Einnahmen inzwischen weit unter früheren Gagen. Das einst dichte Sommerprogramm an der Playa de Palma sei Vergangenheit.
Finanzielle Schieflage
Erstmals sprach Müller, die zeitweise Wurstbuden auf der Insel betrieb, im Prozess deshalb auch offen über ihre wirtschaftliche Lage. Aktuell arbeite sie in einem festen Angestelltenverhältnis im Veranstaltungsbereich und verdiene rund 1500 Euro im Monat. Einnahmen aus Musikveröffentlichungen spielten kaum noch eine Rolle.
Hinzu kommen erhebliche Schulden: Nach eigenen Angaben schuldet sie dem Finanzamt einen sechsstelligen Betrag, weitere Forderungen kämen von privaten Gläubigern. Ein Haus in Leipzig befinde sich in der Zwangsvollstreckung. Finanziell werde sie derzeit von ihrem Partner und ihren Eltern unterstützt.
Ungewisse Zukunft auf der Insel
Ob und in welchem Umfang Melanie Müller künftig wieder häufiger auf Mallorca auftreten wird, ist offen. Zwar ist ihr Name an der Playa de Palma weiterhin bekannt, doch Veranstalter reagieren nach dem Prozess teils zurückhaltend. Für die Sängerin bleibt die Insel damit einer der letzten verbliebenen Auftrittsorte – allerdings unter deutlich veränderten Vorzeichen.