Folgen Sie uns F Y T I R

Ex-Bond auf Mallorca: So nahbar ist Hollywood-Superstar Pierce Brosnan

Er taucht an unspektakulären Orten auf, lässt sich bereitweillig fotografieren, ist keine Spur arrogant: Der Star-Schauspieler kommt daher wie du und ich.

Der Ire mit dem Team des Lokals „La Posada” in Valldemossa | Foto: Instagram

|

Mallorca kann vieles: Strand, Stau, Schickeria. Und neuerdings wieder Hollywood. Diesmal nicht als beiläufige Kulisse für sonnenverliebte Nebendarsteller, sondern als Hochsicherheitszone für Schwergewichte. Gedreht wird in Sa Fortalesa de Pollença, einer streng abgeschirmten historischen Festung im Norden der Insel – gelegen auf einer Halbinsel zwischen Meer und Bucht, sichtbar von Weitem, erreichbar nur für Geladene. Hier, wo sonst diskrete Milliardärs-treffen und Hochzeiten der oberen Zehntausend stattfinden, entsteht derzeit die zweite Staffel der Netflix-Gangsterserie „MobLand”. Mit Tom Hardy, Helen Mirren – und mittendrin Pierce Brosnan. Ex-James Bond, heute: Gentleman in Charme-Offensive.

Die Kulisse passt. Sa Fortalesa wurde im 17. Jahrhundert als Verteidigungsanlage gegen Piraten errichtet, später militärisch genutzt, heute ist sie eines der exklusivsten Privatgrundstücke der Balearen. Meterdicke Mauern, Blick auf offenes Meer, absolute Privatsphäre. Wo einst Kanonen standen, ragen nun Kamerakräne in den Himmel. Brosnan spielt hier einen Mafia-Patriarchen alter Schule, einen Mann, der nicht diskutiert, sondern entscheidet. Privat hingegen wirkt der Ire erstaunlich dialogbereit.

Vielleicht liegt es an der Insel. Vielleicht an der Sonne. Vielleicht auch daran, dass Mallorca für Brosnan kein Neuland ist: Schon in den 90ern und frühen 2000ern war der heute 72-Jährige hier – mal als Urlauber mit Familie, mal aus beruflichen Gründen. Die Insel kennt ihn, und er kennt sie.

In den Drehpausen gibt sich der Star derzeit ausgesprochen volksnah. Keine Bodyguard-Parade, kein VIP-Gehabe. Stattdessen: Kulturprogramm. Brosnan taucht unangekündigt in der Kathedrale von Palma auf, hört aufmerksam zu, lässt sich gotische Gewölbe und die umstrittene Barceló-Kapelle erklären – und schaut dabei so interessiert, als wolle er gleich selbst eine Keramikwand modellieren. Kurz darauf: Helen Mirren. Eintrittskarte gekauft wie jede andere Touristin. Hollywood, ganz bodenständig.

Brosnan hört zu, fragt nach

Weiter geht’s zur Miró-Stiftung. Kunst statt Knarren, Pinsel statt Pistolen. Brosnan hört zu, fragt nach, nickt wissend. Man merkt: Dieser Bond sammelt Eindrücke, nicht Autogramme.

Und weil Erkenntnis hungrig macht, führt der Weg am nächsten Tag nach Valldemossa. Dort sitzt Brosnan im Restaurant La Posada, lacht mit dem Team, isst Kroketten, Tintenfisch, Pa amb oli. Kein Martini. Kein „geschüttelt, nicht gerührt”. Stattdessen Weißwein aus Binissalem und Crema Catalana. 007 kann auch Dessert.

Den Absacker nimmt er in Palma, im bei deutschen Inselbewohnern beliebten Born 8. Der Cocktail heißt „The Great Lebowski”. Brosnan trinkt ihn mit jenem Lächeln, das seit Jahrzehnten zuverlässig Herzen weichzeichnet.

Mallorca liebt ihn dafür. Weil er schaut, statt posiert. Fragt, statt fordert. Und weil er beweist, dass ein echter Bond selbst ohne Walther PPK eine Lizenz hat: zum Verzaubern.

Zum Thema
Meistgelesen